Star-Pianist Fazil Say wegen Islam-Beleidigung verurteilt

Bewährungsstrafe: Pianist Fazil Say. – Foto: dpa
Der türkische Pianist Fazil Say hatte auf Twitter mehrere spöttische Äußerungen verbreitet, drei türkische Bürger zeigten ihn daraufhin an. Jetzt hat ein Gericht in Istanbul eine Bewährungsstrafe verhängt.

DER TAGESSPIEGEL

Der türkische Starpianist und Komponist Fazil Say ist am Montag von einem Gericht wegen Islam-Beleidigung zu einer zehnmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 43-jährige die „religiösen Werte eines Teils der Bevölkerung“ durch einige Mitteilungen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter herabgesetzt habe, wie ein AFP-Korrespondent berichtete. Die Staatsanwaltschaft hatte anderthalb Jahre Haft gefordert. Say war bei der Urteilsverkündung nicht anwesend. Sein Anwalt wollte sich zunächst nicht äußern.

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Kreationismusdebatte und der geteilte Darwin

Foto: picture alliance / Mary Evans Pi, aus DIE WELT

Edward O.Wilson:

Die Skeptiker fahren fort, den Glauben zu erhalten, dass die Wissenschaften und Bildung Religion vertreiben können, weil sie meinen, die Religion sei ein Papiertaschentuch an Illusionen.
Heute sind Wissenschaftler und Gelehrte in Gruppen organisiert, wie etwa die American Human Society oder das Institute on Religion, sie geben kleine Zeitungen und Magazine heraus, um Kampagnen zu organisieren, die den christlichen Fundamentalismus, Astrologie und Immanuel Velikowsky in Misskredit bringen sollen. Ihre knackigen, logischen Vorbehalte, einschließlich die gesamte Arroganz der Nobelpreisträger, durchdringen das Problem wie ein Stahlmantel-Geschoss einen Frosch.

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit dem Journalisten Matthias Kamann zum Thema Kreationismus an deutschen Schulen, daraus resultierten Zitate (von mir freigegeben) in einem Artikel der letzten Freitag in DIE WELT, Berliner Morgenpost und Hamburger Morgenpost im politischen Teil der Zeitungen sowie zusätzlich als online-Version erschien, und für einigen Wirbel sorgt. Interessant sind auch die Internet-Reaktionen darauf, die – neben viel Zustimmung und „Teilen“ des Artikels auf verschiedensten Webseiten und in Facebook – auf typische Muster der Ablehnung weisen. Grund genug, eine kleine Doku als Blogeintrag zu verfassen.

Von Reinhold LeinfelderAch Du lieber Darwin!

Hier der Einstieg zum Artikel in DIE WELT (vom 11.4.2013):

Debatte um Kreationismus an Bekenntnisschulen (von Matthias Kamann)

Mehr als Philosophie? Der Verband evangelischer Bekenntnisschulen will die Naturwissenschaften für religiöse Deutungen öffnen. Wissenschaftler, evangelische Kirche und Schulministerien sind alarmiert.
Reinhold Leinfelder ist kein Gegner des Glaubens. Der Professor für Paläontologie und Geobiologie an der Freien Universität Berlin plädiert für konfessionellen Religionsunterricht. Und obwohl er in seiner Zeit als Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums (2006 bis 2010) viel mit bibeltreuen Gegnern der Evolutionstheorie stritt, sagt der 56-Jährige: „Gegen eine geeignete Behandlung der biblischen Schöpfungslehre im Schulunterricht ist nichts einzuwenden.“
Scharf aber kritisiert er eine „Stellungnahme“ zu „Evolution und Schöpfungslehre“, die auf der Homepage des Verbandes Evangelischer Bekenntnisschulen (VEBS) steht. Hier würden „Schüler in grotesker Weise falsch über das Wesen der Wissenschaft unterrichtet“, sagte Leinfelder der „Welt“.“ … >> zum ganzen Artikel

Kommentar-Typus: Religion ist insgesamt Ausdruck von Blödheit:

User „Gesunder Menschenverstand“:  „Gegen eine geeignete Behandlung der biblischen Schöpfungslehre im Schulunterricht ist nichts einzuwenden.“
Ab da kann man eigentlich nur noch den Kopf schütteln. Religiöse Lehren haben in einem säkularisierten Land nichts, aber auch garnichts im öffentlichen Raum verloren. Sinnvoll wäre es anstatt von Religionsunterricht, verpflichtend für alle ein Fach gemischt aus Ethik und Philosophie einzuführen.

Kommentar-Typus: Evolution ist Religion:

User „Terms“: „Wenn die Evolutionstheorie als Theorie gelehrt würde, wäre das in Ordnung. Wird sie aber nicht. Die Evolution wird gewöhnlich als Tatsache dargestellt. Auch von Wissenschaftlern. Dieses Verhalten ist unwissenschaftlich und Folge von Eitelkeit oder einer Weltanschauung, die ohne „Evolution“ nicht auskommt. Wo ist dann der Unterschied zu „Glauben“?

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Weltuntergang und das Reptiliengehirn im Menschen

Bild: eggetsberger-info.blogspot.com
Ulrike Schiesser über das Reptiliengehirn im Menschen und die Faszination am Weltuntergang

Von Ulrike HeitmüllerTELEPOLIS

Die Welt ist nicht untergegangen. Schon wieder nicht. Obwohl der Maya-Kalender zu Ende ging. Aber eben nur der und nicht die Welt. Immer wieder machen sich Menschen Gedanken um das Ende der Zeit, den Untergang der Welt, die Apokalypse. Dies spiegelt sich nicht nur in alten Überlieferungen wider, in Sagen oder der Bibel, sondern auch heutzutage in Büchern, Filmen wie Armageddon, und Online-Foren. Und natürlich bei Therapeuten und Beratern. Ulrike Schiesser ist Psychologin und Psychotherapeutin; sie arbeitet an der Österreichischen Bundesstelle für Sektenfragen in Wien und hat versucht, diesem Phänomen in ihrem Text Flirting with Disaster näherzukommen.

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Dodo-Müller: Fundamentalistisches Bibelverständnis ebenso falsch wie Skeptizismus

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Katholische Bibelwissenschaftler dürfen nach Aussage des Präfekten der vatikanischen Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, nicht in einen Skeptizismus verfallen, der alle biblischen Aussagen anzweifelt.

kath.net

Eine solche Haltung gelte es ebenso zu überwinden wie ein fundamentalistisches Bibelverständnis, sagte er am Freitag beim Empfang der päpstlichen Bibelkommission durch Papst Franziskus. Das Gremium war von Montag bis Freitag im Vatikan zu seiner diesjährigen Vollversammlung zusammengetreten. Das Thema lautete „Inspiration und Wahrheit der Bibel“. Müller ist zugleich Präsident der Bibelkommission.

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Österreich:Kirchenprivilegien-Volksbegehren mit vielen inhaltlichen Fehlern

Mediensprecher der Bischofskonferenz, Wuthe: Betreiber des Volksbegehrens machen sich letztlich selbst unglaubwürdig

kathweb

Der Mediensprecher der Österreichischen Bischofskonferenz, Paul Wuthe, hat seine Kritik an den Inhalten des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien bekräftigt. In einem auf der Website der Magazins „über.morgen“ (www.uebermorgen.at) publizierten Interview wies Wuthe einmal mehr auf viele inhaltliche Fehler hin; etwa hinsichtlich des viel zitierten Beispiels der Grundsteuer: „Ja, es stimmt. Anerkannte Religionsgemeinschaften zahlen keine Grundsteuer. Aber nur, wenn die Liegenschaft für Gottesdienst, Seelsorge oder die Verwaltung der Kirche genutzt wird. Für alle anderen Dinge schon. Oder man betreibt ein Studentenheim oder ein Altenheim, aber das sind definierte rechtliche Zwecke, die für alle gelten. Und so wird bei vielen Themen etwas behauptet, das so nicht stimmt.“ So würden sich die Betreiber des Volksbegehrens letztlich selbst unglaubwürdig machen.

Vor allem sei auch die Hauptforderung des Volksbegehrens fragwürdig. Wuthe: „Das haben nicht nur Experten, sondern zuletzt auch das zuständige Ministerium – das Unterrichtsministerium – festgehalten: die Trennung von Kirche und Staat ist spätestens seit 1919 voll realisiert.“

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„Ding Dong The Witch Is Dead“: Beerdigung für 11 Millionen €

Bild: billboard.com
Der anglikanische Bischof von Grantham, Tim Ellis, hat Kosten und Ausmaß der geplanten Trauerfeier für die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher kritisiert.

kathweb

Es sei ein Fehler und werde angesichts ihres politischen Vermächtnisses für Ärger sorgen, sie mit einer umgerechnet rund 11,7 Millionen Euro teuren Trauerfeier „zu glorifizieren“, sagte Ellis dem britischen Sender BBC laut deutscher Katholischer Nachrichtenagentur KNA. Die frühere britische Premierministerin, die vergangene Woche mit 87 Jahren gestorben war, stammte aus Grantham.

Mit Blick auf die Reaktionen auf ihren Tod, erklärte Ellis, es sei „geschmacklos“, dass Leute aus Freude über den Tod eines Menschen demonstrierten. Er sei von derartigen Reaktionen jedoch nicht überrascht, da Thatcher sehr umstritten gewesen sei. Daran erinnerten sich die Menschen auch nach vielen Jahren noch. Thatcher erhält offiziell kein Staatsbegräbnis. Zur Trauerfeier in der St. Paul’s Cathedral am Mittwoch wird jedoch auch Königin Elisabeth II. erwartet.

Julia Klöckner(CDU) kritisiert fehlendes Kreuz im NSU-Gerichtssaal

Bild:kirchensite.de
Offenbar nahm das Oberlandgericht in „vorauseilendem Gehorsam“ das Kreuz ab.

kath.net

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner kritisiert, dass in dem für den NSU-Prozess vorgesehenen Gerichtssaal des Oberlandesgerichts München das Kreuz abgenommen worden ist. Klöckner, die zugleich auch Mitglied im Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) in Deutschland ist, sagte der „Bild am Sonntag“, es handele sich um eine „gänzlich überflüssige Aktion“.

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Richard Dawkins has lost: meet the new new atheists

Secular humanism is recovering from its Dawkinsite phase – and beginning a more interesting conversation

By Theo HobsonTHE SPECTATOR

The atheist spring that began just over a decade ago is over, thank God. Richard Dawkins is now seen by many, even many non-believers, as a joke figure, shaking his fist at sky fairies. He’s the Mary Whitehouse of our day.

So what was all that about, then? We can see it a bit more clearly now. It was an outpouring of frustration at the fact that religion is maddeningly complicated and stubbornly irritating, even in largely secular Britain. This frustration had been building for decades: the secular intellectual is likely to feel somewhat bothered by religion, even if it is culturally weak. Oh, she finds it charming and interesting to a large extent, and loves a cosy carol service, but religion really ought to know its place. Instead it dares to accuse the secular world of being somehow -deficient.

cont’d