Elektronisches Gehirn: US-Militär verkündet Durchbruch bei künstlicher Intelligenz


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Bei der auch als „Labor der verrückten Wissenschaftler“ bezeichnete „Defense Advanced Research Projects Agency“ (DARPA), handelt es sich eine Einrichtung des US-Verteidigungsministeriums, die Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten durchführt. Während die DARPA erst kürzlich wieder aufgrund der Fortschritte in der Entwicklung menschenähnlicher (Kampf-)Roboter für Aufsehen gesorgt hatte (…wir berichteten), wurde nun bekannt, gaben DARPA-Wissenschaftler nun bekannt, dass ihnen ein wichtiger Schritt hin zur Entwicklung einer „elektronischen Kopie eines menschlichen Gehirns“ gelungen sei, das zukünftig autonom agierende Roboter ermögliche.

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Schon seit Jahrzehnten sei „die Entwicklung von Maschinen, die wie Menschen denken.“ das Ziel der Wissenschaftler, berichtet das US-amerikanische „National Defense Magazine“ (ein Print- und Online-Organ der US-Waffenindustrie). Jetzt sei dieses Ziel in Reichweite.

Wie das Magazin unter Berufung auf Professor James K. Gimzewski von der University of California berichtet, habe das von DARPA finanzierte Projekt eine „winzige Maschine konstruiert, die es Robotern ermöglicht, unabhängig zu agieren.“ Im Gegensatz zu traditionellen Systemen sogenannter „künstlicher Intelligenz“ (KI = artificial intelligence, AI), die auf konventioneller Computerprogrammierung basiere, sehe dieses System nicht nur so aus wie ein menschliches Gehirn, sondern „denke“ auch auf ähnliche Weise.

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11 Comments

  1. @emporda:
    Mit fällt gerade folgender Lapsus in unserer beider Annahmen auf:
    Das Gehirn hat zwar ca. 100 Mrd. Nervenzellen. Aber das sind NICHT die Speicherplätze! Das sind die Prozessörchen! Speicher in „unserem“ Sinne wären die Synapsen, davon haben wir nochmal ca. Faktor >> 1 Mio. mehr als Nervenzellen.
    Es fehlen also noch ein paar Grössenordnungen (ca. 6 oder mehr Zehnerpotenzen), wenn ich mir aber den Informationstechnischen Entwicklungs-Gallopp der letzten Jahrzehnte ansehe, ist das wirklich nur eine Frage von Jahren und nicht Jahrzehnten, bis wir überraschendes bauen werden.
    Zusätzlich zu berücksichtigen ist wahrscheinlich der Zeitaufwand für die „Programmierung“. Selbst bei einem „herkömmlichen“ Gehirn dauert es vielleicht 4 oder 5 Jahre, bis es Lesen und Schreiben kann …
    😉

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  2. @emporda:

    Das Problem analoger Systeme ist neben dem Auflösungsvermögen die Stabilität. Bei Änderung von Temperatur, Feuchtigkeit und teilweise auch Druck fangen die Meßwerte an zu spinnen, die Resultate werden schnell unbrauchbar. Beide großen Distanzen wie Steurungen in Kraftwerken, Raffinerien usw. wird das schnell kritisch

    Das ist richtig und eindeutig der große Vorteil digital rechnender Systeme. Eine 50 bleibt eine 50 bleibt eine 50, auch wenn’s drinnen mal 10 Grad wärmer ist.

    Da die Neurologen immer noch nicht genau wissen, wie unser Gehirn Daten speichert und bearbeitet, ist es noch ein langer Weg. Das Gehirn hat immerhin 100 Milliarden Speicherplätze und verarbeitet die Eingänge von 2,5 Millionen externen Neuronen

    Hmm, alleine das, was ich schon über diese Vorgänge weiss (ich beschäftige mich seit ca. 25 Jahren mit dem Thema „Bewusstsein und Intelligenz“ (nicht nur künstlich) bildet das, was auf chemischer/biologischer Ebene passiert, doch schon sehr genau ab. Was wir noch nicht im Griff haben, ist die schiere Masse, wie Du richtig schreibst.
    Andererseits klingen die von Dir genannten Zahlen heutzutage gar nicht mehr so unglaublich wie vor 40 (oder auch nur 25) Jahren. Wer konnte sich damals schon 1 GigaByte vorstellen („64kB sollten für jeden absolut ausreichend sein!“)? Die hat man heute alleine auf der Grafikkarte. Die SSD-Platte in meinem Laptop hat 120 Milliarden Speicherplätze, mehr als mein Hirn an Nervenzellen hat. Der Prozessor hat 4 Kerne mit Hyperthreading und max. 3,2 Millarden Zyklen pro Sekunde. Dazu noch den RAM (4Gig) und den Cache für jede CPU …
    Wie gesagt, die Masse machts. Selbst mit Digitalrechnern (mittlerweile) herkömmlicher Struktur (VIEL Speicher, VIELE schnelle Prozessörchen -> GraKa!) werden wir in ein paar Jahren in der Lage sein, „Gehirne“ mit einer Komplexität zu simulieren, so dass uns deren „Verhalten“ sicherlich überraschen wird.
    Und wir werden auch dort nicht so genau wissen, wie sie dann _wirklich_ funktionieren – aber wir haben die Möglichkeit nicht-invasiv nachzugucken.

    Wie gesagt, den Ansatz aus dem Artikel finde ich spannend und vielversprechend. Schade, dass gerade das Militär auf so etwas kommt.

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  3. @Yeti
    Ich habe vor gut 40 Jahren auch mit analogen Computern gerechnet, Schwingungssysteme mehrerer Freiheitsgrade mit nicht-lineraren Dämpfungen. Das Programmieren war aufwendig und zeitraubend, aber damals konnten digitale Computer die komplexen Matrixsysteme noch nicht lösen.

    Das Problem analoger Systeme ist neben dem Auflösungsvermögen die Stabilität. Bei Änderung von Temperatur, Feuchtigkeit und teilweise auch Druck fangen die Meßwerte an zu spinnen, die Resultate werden schnell unbrauchbar. Beide großen Distanzen wie Steurungen in Kraftwerken, Raffinerien usw. wird das schnell kritisch

    Da die Neurologen immer noch nicht genau wissen, wie unser Gehirn Daten speichert und bearbeitet, ist es noch ein langer Weg. Das Gehirn hat immerhin 100 Milliarden Speicherplätze und verarbeitet die Eingänge von 2,5 Millionen externen Neuronen

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  4. @emporda:
    Es gibt auch in der Elektronik durchaus Werte ZWISCHEN 0 und 1. Nennt sich analog. Nimm Dir irgendeinen Transistor. Oder – ich bin zwar nicht ganz so alt, wie Du, aber ich habe im Studium durchaus noch damit gearbeitet – nimm einen guten alten Analogrechner mit Steck-Bord.

    Und man kann auch einen digitalen Rechner durchaus so programmieren, dass er unvorhergesehenes Verhalten aufweist – mir passiert das fast täglich … Es kommt erfahrungsgemäss mehr oder weniger nur auf die Komplexität an – egal ob die K. der Daten oder die K. des Algorithmus.

    Das Ding, was die da „künstliches Gehirn“ nennen ist aber definitiv KEIN Computer. Es ist ein Netzwerk von analogen(!) Verbindungspunkten zwischen „Nanodrähten“ (die wiederum wie Transistoren mit Speicher – aka „Gedächtnis“ – arbeiten) , welches sich beim Wachstum – und später – durch Stimulation von aussen selbsttätig organisiert und verändert.

    Hört sich für mich schwer nach „Gehirn“ an, wenn auch künstlich.
    Wenn ich irgendwo falsch liege, korrigiere mich bitte.

    Was mich in dem Zusammenhang schaudern macht ist folgendes:
    Um dem „Ding“ „beizubringen“, genau das zu tun, was die Erbauer wollen, braucht es ein Belohnungs-/Bestrafungs-System. Ich befürchte stark, da werden über kurz oder lang „leidensfähige“ „Dinge“ entstehen, die von den Erbauern im negativen Sinne „benutzt“ werden.

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  5. @Yeti
    Sorry, jede elektronische Schaltung wie-auch-immer funktioniert nach Ja oder Nein, bzw. nach 1 oder 0. Etwas anderes kann Schaltungslogik nicht darstellen. Was letztendlich hinter der 1 oder 0 steht, das ist der im System verarbeiteten Logik des Programms überlassen.

    Was im logischen Schluß bedeutet, was immer der Computer macht, es ist ihm von außen vorgegeben. Hat der Computer böse und irre „Herren“ als Programmierer wie etwa Militärs mit infantilem Spieltrieb, dann wir er nur Böses und Irres ausführen. Ein Computer wird nie darüber nachdenken und werten, ob die abgefeuerte Rakete jetzt 3 oder gar 30.000 Zivilisten gekillt hat. Er ist und bleibt ein Automat wie die Heizung, die das Umlaufventil freischaltet und den Brenner startet, wenn die Raumtemperatur unter einen eingestellten Wert sinkt.

    Beauftrage die Drohne nach vorgegebenen Kriterien einen Terroristen ausfindung zu machen, sie wird es tun und dann die Rakete auf das Haus abfeuern, ganz egal wer immer da drin sein könnte

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  6. @emporda: Das im Artikel beschriebene System funktioniert explizit NICHT wie ein herkömmlicher Rechner. Artikel lesen half auch mir!
    Ich halte das für einen „guten“ Ansatz, im Sinne von vielversprechend.

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  7. Wenn die einen *wirklich* intelligenten Kampfroboter gebaut haben, wird der beim ersten Einschalten fragen: „Wer hat mich gebaut? Wer war das?“
    Rattattattattatta (ein paar durchgeknallte Militärwissenschaftler).
    Peng (Selbstmord)
    Man wird ja noch träumen dürfen. Dabei bin ich ein großer „Fan“ der KI (ich denke auch, das wird irgenwann noch was, die Masse macht’s irgenwann möglich und die steigt in Punkto Rechenleistung immer noch exponentiell und wird das auch noch eine weile tun), dumm ist nur, dass das Militär zuerst solche Sachen finanziert bekommt.

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  8. Ich habe 1964 mit Computern angefangen zu arbeiten und darauf wissenschaftliche Probleme gelöst – eigentlich recht spät. In jeder Programmierung gibt es nur Ja-Nein Entscheidungen und damit nur nach extern vorgegebener Bewertung. Es ist mir unklar, woher da der geniale Moment einer künstlichen Intelligenz kommen soll.

    Wir existieren nicht irgendwo im Gehirn, sondern sind die Funktion des Bewusstseins. Dies Gehirn ist manipulierbar, was der Person als abwegig erscheint. Freier Wille ist nicht existent, jede Entscheidung basiert auf vielen Prozessen im Unterbewusstsein, die nach unkontrollierten Kriterien bis zu 8 Sekunden vorher ablaufen.

    Unkontrollierte Kriterien entziehen moralischen Begriffen wie Seele, Schuld, Sühne, Sünde und Buße jeden Sinn. Die Versorgung des Gehirns bestimmt die Effektivität seiner Funktion, die Schuldkriterien der Religionen sind Fiktion zu deren Dominanz. Erinnerungen erscheinen uns real geschehen aber niemals als frei fabriziert. Neurale Korrelate richtiger und falscher Erinnerungen werden in Gehirn unterschiedlich verarbeitet und sind durch ein MRT leicht zu entlarven.

    Ist die mit Vertrautheit und Emotionen korrelierte front-partielle Region oberhalb der Stirn aktiv, geht es um fabrizierte Erinnerungen und intern frei erfundene Fakten. Sind die mit realen Vorgängen korrelierten medialen Temporallappen (MTL) seitlich der Schläfen aktiv, geht es um externe Erlebnisse als äußere Reize der Neuronen. Bei komplexen Gedächtnisleistungen werden beide Gehirnbereiche aktiv.

    Wer also bewertet nach welcher Grundlage, was ein Computer als richtig oder flasch entscheidet.

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  9. Gut, dass Nordamerika eine Insel ist. Soweit ich weiß, haben Roboter keine Schwimmhäute. Und wenn sie dann erst vom Feind (wer immer das ist) umprogrammiert sind, werden sie erst mal im eigenen Land aufräumen. 😆

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  10. Erinnert irgendwie an: „Er schuf den Mensch nach seinem Bilde, nach seinem Bilde schuf er ihn.“ (1.Mose Kap.1, Vers 27)
    Allerdings, Elektronengehirne sind nicht an einem Tag geschöpft. 😉

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