Die homöopathischen Wissensfeinde vom Bayerischen Rundfunk

Eine Wissenssendung sollte informieren, denkt man. Dass auch das Gegenteil geht, beweist “Faszination Wissen” vom Bayerischen Rundfunk.

Von Martin BallaschkDETRITUS-Blog

Update: Inzwischen hat die Redaktion der Sendung eine Stellungnahme abgegeben. Weiter unten ist dieser von mir kommentiert worden.

„Dafür, dass da angeblich mit einem „Nichts“ kuriert wird, macht dieses „Nichts“ ganz schön viel Arbeit.“ – Moderator Gunnar Merger

Wenn es um Homöopathie geht, scheint es bei Einigen auszusetzen: mit religiösem Eifer wird die geliebte Wundermedizin verteidigt. Der öffentlich finanzierten Rundfunk hat mit Herbert Hackels Sendung “Medizin oder Mogelpackung?”, die gestern (22.04.) zu sehen war, diesen Personen haltloses Argumentationsfutter geliefert. Allem Anschein nach wussten das Autorenteam schon sehr früh, wohin die Reise gehen soll, denn um eine Lanze für die Homöopathie zu brechen, verlässt es sich auf Anekdoten, zweifelhafte Wissenschaft und eine sehr selektive Auswahl der Interview-Partner – von Objektivität keine Spur.

Als erstes wird einem die Erfolgsgeschichte von einer eigentlich unheilbar an Krebs erkrankten Ärztin und „eingefleischten Schulmedizinerin“ vorgeführt. Diese hätte neben ihrer Chemotherapie noch Homöopathie genommen, und sei daraufhin in der Privatklinik Clinica St. Croce genesen. Der behandelnde Arzt Dr. Jens Wurster hält eine Heilung von Krebs durch Homöopathika durch „Immunmodulation“ für möglich. 100 Erfolgsgeschichten gäbe es an der Klinik, ohne Verweis auf die Gesamtzahl der Behandelten. Es bleibt letztlich offen, was der Grund für die Heilung der Frau war, aber der Rest der Sendung drängt die Zuschauer/innen in die gewünschte Richtung. Dabei wissen wir: Eine Anekdote ersetzt keine Daten und eine fantastische und spekulative Erklärung ersetzt keine stichfeste Theorie.

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Das Bundesarbeitsgericht und christliche Parallelwelten

Bild: bag.de
Pressemitteilung 29/13
Kündigung wegen Kirchenaustritts
Der Austritt eines Mitarbeiters einer von einem katholischen Caritasverband getragenen Kinderbetreuungsstätte aus der katholischen Kirche kann die Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigen.

Nach Art. 140 GG iVm. Art. 137 Abs. 3 Satz 1 WRV ordnet und verwaltet jede Religionsgesellschaft ihre Angelegenheiten innerhalb der Schranken der für alle geltenden Gesetze selbst. Dieses Recht kommt neben den verfassten Kirchen auch den ihnen zugeordneten karitativen Einrichtungen zu. Es ermöglicht ihnen, in den Schranken des für alle geltenden Gesetzes den kirchlichen Dienst auch im Rahmen privatrechtlich begründeter Arbeitsverhältnisse entsprechend ihrem Selbstverständnis zu regeln. Nach der Grundordnung des kirchlichen Dienstes im Rahmen kirchlicher Arbeitsverhältnisse von 1993 ist der Austritt aus der katholischen Kirche ein schwerwiegender Loyalitätsverstoß, der eine Weiterbeschäftigung des Mitarbeiters nicht zulässt. Im Kündigungsschutzprozess haben die Arbeitsgerichte zwischen den Grundrechten der Arbeitnehmer – etwa auf Glaubens- und Gewissensfreiheit – und dem Selbstbestimmungsrecht der Religionsgesellschaft abzuwägen.

Der Zweite Senat des Bundesarbeitsgerichts hat – wie die Vorinstanzen – die Klage eines seit 1992 beim beklagten Caritasverband beschäftigten Sozialpädagogen gegen eine auf seinen Austritt aus der katholischen Kirche gestützte Kündigung abgewiesen. Der Kläger arbeitete in einem sozialen Zentrum, in dem Schulkinder bis zum 12. Lebensjahr nachmittags betreut werden. Die Religionszugehörigkeit der Kinder ist ohne Bedeutung. Religiöse Inhalte werden nicht vermittelt. Im Februar 2011 trat der Kläger aus der katholischen Kirche aus. Gegenüber dem Beklagten nannte er als Beweggründe die zahlreichen Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen, die Vorgänge um die „Piusbruderschaft“ und die Karfreitagsliturgie, in der eine antijudaische Tradition der katholischen Kirche zu Tage trete.

Der Kläger hat durch seinen Austritt gegen seine arbeitsvertraglichen Loyalitätsobliegenheiten verstoßen. Aufgrund dessen war es dem Beklagten nicht zumutbar, ihn als Sozialpädagogen weiterzubeschäftigen. Nach dem kirchlichen Selbstverständnis leistete der Kläger unmittelbar „Dienst am Menschen“ und nahm damit am Sendungsauftrag der katholischen Kirche teil. Ihm fehlt infolge seines Kirchenaustritts nach dem Glaubensverständnis des Beklagten die Eignung für eine Weiterbeschäftigung im Rahmen der Dienstgemeinschaft. Zwar hat auch die Glaubens- und Gewissensfreiheit des Klägers ein hohes Gewicht. Sie musste aber hier hinter das Selbstbestimmungsrecht des Beklagten zurücktreten. Dieser kann im vorliegenden Fall von den staatlichen Gerichten nicht gezwungen werden, im verkündigungsnahen Bereich einen Mitarbeiter weiterzubeschäftigen, der nicht nur in einem einzelnen Punkt den kirchlichen Loyalitätsanforderungen nicht gerecht geworden ist, sondern sich insgesamt von der katholischen Glaubensgemeinschaft losgesagt hat. Beschäftigungsdauer und Lebensalter des Klägers fielen demgegenüber im Ergebnis nicht ins Gewicht. Für Sozialpädagogen gibt es zudem auch außerhalb der katholischen Kirche und ihrer Einrichtungen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Der Kläger wird durch die Kündigung nicht iSv. § 1, § 7 AGG diskriminiert. Die Ungleichbehandlung wegen seiner Religion ist nach § 9 Abs. 1, Abs. 2 AGG gerechtfertigt. Eine entscheidungserhebliche Frage der Auslegung von Art. 4 Abs. 2 der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27. November 2000 stellte sich angesichts der Art der vom Kläger ausgeübten Tätigkeit nicht.

Bundesarbeitsgericht
Urteil vom 25. April 2013 – 2 AZR 579/12 –

Vorinstanz: LAG Baden-Württemberg – Kammern Mannheim –
Urteil vom 9. März 2012 – 12 Sa 55/11 –

Der homosexuelle Friede mit der katholischen Kirche

Bild: hinnerk.de
Holger Doetsch ist Rhetoriktrainer, Hochschullehrer, Autor und Publizist.

kath.net

Nach Ausbildung und nachfolgender Tätigkeit bei der „Deutschen Bank“ folgte der Wechsel in die Wirtschaftsredaktion der Koblenzer „Rhein-Zeitung“. Seit 2000 ist Doetsch auch Dozent für PR (Fachgebiet: Krisen-PR), Journalismus und Internationale Medienwirtschaft; Rhetorik-Coach; Texter u. a. für die Agentur MIC GmbH in Köln tätig. Es folgten verschiedene Bücher und zahlreiche Publikationen in verschiedenen Zeitungen (Zeit, taz, Frankfurter Rundschau, Tagesspiegel ua.) Und Holger Doetsch ist bekennender Homosexueller und Katholik. Kath.net führte mit ihm das folgende Interview:

kath.net: Herr Doetsch, danke für die Bereitschaft zum Interview. Sie bekennen sich öffentlich zu Ihrer Homosexualität. Die katholische Kirche aber spricht im Katechismus von homosexueller Neigung, die in sich nicht in Ordnung ist. Gleichwohl, so sagt es unsere Kirche auch, müsse man Homosexuellen mit Achtung und Taktgefühl begegnen. Sind Sie da eigentlich gerne Mitglied der Katholischen Kirche?

Doetsch: Ja! Weil ich mich im Leben nicht ständig um das Thema Sexualität drehe wie es nicht wenige Homosexuelle tun. Ich betrachte meine Kirche als Ganzes, nicht nur kritische Punkte, sondern auch die vielfältig guten Dinge, die sie leistet, zum Beispiel ihr Engagement für arme Menschen in der Welt. Im übrigen bedeutet Gott und die Katholische Kirche für mich Heimat und Zuflucht. Äußerungen hingegen von kirchlichen Würdenträgern zur Homosexualität, die so gar nichts mit “Achtung und Taktgefühl” zu tun haben, werden von mir ebenso öffentlich kritisiert wie die Tatsache, dass es keine einzige Weltreligion gibt, die derart unsachlich und unverschämt kritisiert und diffamiert wird, wie es bei der Katholischen Kirche der Fall ist.

Mein klares “Ja!” auf Ihre Frage resultiert übrigens auch daraus, dass ich an die “ecclesia semper reformanda” fest glaube. Wir sind Mitglied in einer Kirche, die eine immer zu erneuernde Kirche ist und bleiben wird.

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Beschneidung von Mädchen: Straftat Genitalverstümmelung

Bild: zeit.de
Die Idee ist nicht neu, die Erfolgsaussicht jedoch besser: Siegfried Kauder (CDU) fordert einen Straftatbestand für „weibliche Genitalverstümmelung“.

Von Jasmin Kalarickaltaz

Selten kommen Politiker in Regierungsveranwortung und Menschenrechtsaktivisten auf einen gemeinsamen Nenner. Doch beim Thema Genitalverstümmelung von Mädchen scheint es nach jahrelangen und folgenlosen Forderungen von Seiten der NGOs und Opposition eine Ausnahme zu geben.

Am Freitag veranstalteten Siegfried Kauder (CDU), Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag, und Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes eine gemeinsame Pressekonferenz.

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Franz spricht über Gott und das ZK der Katholiken über Sex

Bild: pharmama.ch
Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) will sich wieder einmal „eingehend“ mit dem Thema Sexualität befassen

kath.net

„Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) will sich eingehend mit dem Thema Sexualität befassen.“ So beschrieb die katholische Nachrichtenagentur KNA die Frühjahrsvollversammlung des „obersten katholischen Laiengremiums“, welches sich diese Tage in Münster trifft und über „Zukunftshorizonte christlicher Sexualethik»“ beraten möchte. „Und ganz Deutschland wird „OHO!“ schreien, weil das ZdK über SEX konferiert.

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Warten auf göttliche Heilung?

Foto: sridgway / flickr
Bereits das zweite Kind einer amerikanischen Familie ist verstorben, weil die strenggläubigen Eltern auf Arztbesuche verzichteten. Sie hofften auf Heilung durch Gott. Die Vorgehensweise hält Joel White von der Freien Theologischen Hochschule (FTH) Gießen für „vermessen und anmaßend“.

pro Medienmagazin

Der acht Monate alte Brandon litt unter starkem Husten und Durchfall, berichtet die Tageszeitung Die Welt. Die Eltern Catherine und Herbert Schaible, die der „First Century Gospel Church“ in Philadelphia (USA) angehören, wollten das Kind aber nicht ärztlich behandeln lassen. Dies sei Sünde, begründeten sie ihre Entscheidung. Die Bibel verbiete einen Arztbesuch. Sie hofften daher auf die Heilung des Kindes durch Gott. Brandon habe trotz der Krankheit Nahrung zu sich genommen, daher seien sie von einer Verbesserung des Gesundheitszustands ausgegangen.

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Christian Couple Kills Their Second Child… with Prayer

Dodo-Laun: Himmeldumm und homophob

weihbischof-andreas-launDer Salzburger Weihbischof wirft deutschsprachigen Medien „Gehirnwäsche“ vor, wenn es um schwul-lesbische Rechte geht. Außerdem propagiert er die Homo-„Heilung“..

QUEER.DE

Weihbischof Andreas Laun hat in einem Gastbeitrag für den österreichischen Blogger Andreas Unterberger Medien kritisiert, weil diese tagtäglich „Propagandaveranstaltungen“ für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben veranstalteten.

Dies seien „Schaukämpfe, bei denen auf Grund einer geschickten Regie die ‚Sieger‘ von vorneherein feststehen wie bei einem Stierkampf der Matador“. Der katholische Würdenträger fühlt sich durch diese „Indoktrination“ benachteiligt, die „weitgehend vom Staat und seinen Organen“ gestützt werde.

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