Wer „Gott“ sagt, will betrügen


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Jan Roß weiß Bescheid über die Kreuzzüge, religiösen Judenhass, islamische Selbstmordattentäter. Die Religion verteidigt er trotzdem. Weil der Mensch ohne Religion nicht groß von sich denken kann.

Von Hannes SteinDIE WELT

Die Sowjetunion hat postum gesiegt. Gewiss nicht in Amerika, wo die Uhren ja ein wenig anders gehen, aber doch ganz gewiss in Europa. Vor allem dieser zentrale Glaubenssatz der sowjetischen Staatsmacht hat sich eigentlich flächendeckend durchgesetzt: Religion ist Opium fürs Volk. Wer „Gott“ sagt, will betrügen. Kirchen, Synagogen und Moscheen sind überflüssige Relikte des Mittelalters, die nur unter Zähneknirschen geduldet werden.

So kommt es, dass unter „säkularer Staat“ heute nicht mehr verstanden wird, dass Parlament und Regierung sich aus Religionsfragen gefälligst rauszuhalten haben.

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5 Comments

  1. @De Benny
    „Die große Mehrheit der Menschen glaubt.“
    Ja was glaubst du denn wovon sonst die Priester, Schamanen, Wunderheiler, Esoteriker und alle übrigen, artverwandten Gauner -wie die Made im Speck- leben könnten ? Die profitabelsten Geschäfte macht man immer mit der Einfalt „derer, die da glauben“. Ob du´s glaubst oder nicht. 😉 Glauben soll ja sogar ganze Berge versetzen. Wer weiß? Was er allerdings mit Sicherheit tut, er macht Gläubige zu armseligen Narren .

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  2. Da ergibt sich doch die Frage, welcher Gott ist denn jetzt der richtige ? Ich tippe auf den Gott im „Schladerer Himbeergeist“, der hat über 40% reinen Alkohol – ist also absolut rein und ewig wahr

    Papst Innozenz verbietet 1199 n.C Bibellektüre in Zusammenkünften, der Besitz einer Bibel wird auf der Synode von Tarragona 1234 n.C mit dem Tod bestraft. Mit dem Edikt De-editione-et-usu-librorum-sacrorum wird 1546 n.C. die Vulgata die einzig gültige Heilige Schrift. Sie wird 1590 n.C. von Papst Sixtus V all-wissend als Editio-Sixtina für fehlerlos erklärt. Wegen vieler Fehler wird sie 1592 n.C. durch die fehlerlose Editio-Clementina ersetzt, die wegen vieler Fehler 1598 n.C. ersetzt wird. Papst Pius IX (Giovanni Maria Mastai Ferretti) erklärt beim Konzil die Bibel ist ohne jeden Irrtum, der Heilige Geist diktiert sie den Schreibern in die Feder diktiert. Die Vulgata wird 1979 durch die noch fehlerfreiere Nuovo-Vulgata ersetzt, die wegen vieler Fehler 2001 erneut ersetzt wird. Weitere fehlerhafte Bibeln wie die “Bug Bible 1535”, “Treacle Bible 1549”, „Breeches Bible 1576“, „Wicked-Bible 1631“, „Unrighteous Bible 1653“, „Sin On Bible 1716”, „Vinegar Bible 1717”, „The Fools Bible 1763”, „To remain Bible 1805” sind im Umlauf. Irgendwie war der als Irrlehre beschlossene Heilige Geist immer besoffen, ein Alkoholiker.

    Neben 39 Evangelien des AT existierten weitere wie Baruch, Tobias, Weisheit, Judith, 1.u.2. Makkabäer, Jesus, Siracht, Philipp, Hermes, Judas, Petrus, Thomas obwohl der Kanon des AT fertig ist. Hieronymus nennt sie Apokryphen, sie kommen in Mittelhebräischen Texten nicht vor, sind in Altgriechisch verfasst und unterscheiden sich extrem in Lehre und Inhalt. Für Augustin gehören sie zum AT ohne Bewertung, die Kirchenväter verwerfen sie. Bis 1600 n.C. kennt man nur den Codex Bezae von etwa 500 n.C. der auf 406 Seiten 4 Evangelien enthält und in der Universität Cambridge aufliegt. Derzeit sind über 6.000 Texte bekannt. Martin Luther übersetzt keine hebräischen Texte, sondern den absolut wahren lateinischen Kanon plus Apokryphen. Das Konzil zu Trient (1546 n.C.) erklärt die Apokryphen erst nachträglich als kanonisch.

    Die EKD revidiert in den letzten 100 Jahren die Lutherbibel 3 Mal, 35% der 181.000 Worte sind neu, die gelöschten Worte ewig wahr vom heiligen Geist und der Ersatz ebenso, also ist weder noch wahr? Dazu kommen Ausgaben der John-Wyclif-Bibel von 1382 n.C., der William-Tyndal-Bibel von 1522 nach dem massoretischen Text und dem Text-Receptus, der Coversdale Bibel, die Matthew Bibel, der Taverner Bibel, der Großen Bibel, der Geneva Bibel, der Bishop Bibel, der Douay-Rheims Bibel, der King-James-Bible von 1611 n.C und noch einmal 1769 n.C, der New-American-Standard-Bible, der English-Standard-Bible usw. Im Internet stehen über 108 sehr widersprüchliche aber absolut wahre Bibeln, welche davon ist die ewig wahre Version?

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  3. @rhenus
    Die Bibel mit Sophokles’ Antigone zu vergleichen ist falsch, hat dort doch ein Autor eine Aussage gemacht. Dagegen ist die Bibel eine Auswahl von knapp 70 Autoren von etwa 300 Phantasten, die dem Publikum als Analphabeten ohne Bildung und Wissen die Gegenwart mit Mythen erklären. Die Bibel ist wie Grimms Märchen, nur eben aus einer anderen Zeit.

    Der Jesus-Mythos integriert Teile des Apollonius Mythos von Tyrana, der Lahme und Blinde heilt und mit Jüngern durchs Land zieht, er nutzt Götter wie Baal und Asherah aus Tyros und Ugarit sowie Elemente des Herakles Kults. Zeus sagt die Herakles Geburt voraus, Mutter Alkmene und Adoptivvater Amphitryon reisen zur Geburt von Mykenai nach Theben. Andere Mythen um Apollonius, Eleusius, Menachem, Asklepios, Dionysos und Orphism, Isis und Osisris, Cybela, Adonis usw. enthalten ähnliche Elemente. Die originäre Leistung der RKK Christen sind einzig neue Namen, Orte und die Erbsünde.

    Die Erbsünde als Schuldgefühl für Analphabeten erfindet Augustinus von Hippo (354-430 n.C.). Jesus erlöst als ewiger Untoter die Menschen von etwas, was nie jemand bekommt aber teuer bezahlen muss. Damit handelt Jesus eher wie ein Anlagebetrüger mit Schneeballsystem und absurden Gewinnversprechen.

    Der Mithras Kult entsteht um 1800 v.C. im persischen Baktrien, Zarathustra (630-553 v.C.) legt viele Details fest, das römische Militär praktiziert ihn bis 400 n.C. Der Weltengott Ahura-Mazda empfängt am 25. Dezember durch jungfräuliche Geburt Gott Mithras (Anahita). Der Mithras Kult hat wie der Jesus-Kult 12 Apostel, 7 Sakramente, Sintflut, Abendmahl, Wunder von Saoschjant, Seelenkult als Auferstehung, Endzeit als jüngstes Gericht, Taufe, keusches Leben, den Teufel Anromainyus und die Eucharistie mit Brot und Wein. Außer der Jesus Fabel ist das Repertoire des späteren Katholizismus zu 100% vorhanden.

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  4. Schon der Entwicklungspsychologe Franz Buggle hatte das Phänomen einer religiösen Idiotie (Religiotie) beschrieben. 😉

    Die Bibel als sowas wie antike Literatur anonymer Literaten wie Sophokles‘ Antigone anzusehen, wäre immerhin noch verständlich.
    😉

    Aber damit allein kann man Europäer nicht zurück in leere Gotteshäuser locken. Obwohl die Aufführung des Stückes „Das Leben des Brian“ im Kölner Dom schon etwas für sich hätte. 😉

    Sogar einem Heinrich Heine würde der preussische Dom am Rhein dann sogar Sinn machen. 😉

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  5. Nach meiner täglichen Erfahrung hat sich das nciht „flächeneckend durchgesetzt“. In gewissen elitären Zirkeln gefällt man sich darin, sich für besonders clever zu halten, wenn man Gott alehnt, negiert oder ins Lächeriche zu ziehen versucht. Die große Mehrheit der Menschen glaubt. Davon glaubt die große Mehrheit an den christlichen Gott, und auch die Mehrheit aller, die unter „Taufscheinchristen“ subsummiert werden und ebenso die Mehrheit des Heeres derer ohne Religionseintrag auf der Lohnsteuerkarte gehören durchaus eher dem Lger der Gläubigen als dem der Atheisten an. Daß die Atheisten sich durchgesetzt hätten ist eine Fehleinschätzung die darauf basiert, daß der organisierte Atheismus in Form von gbs, hpd und wie sie alle heißen wegen einiger reicher Spender über ein recht hohes Vermögen pro Anhänger verfügen und daher relativ zu den Religionen sehr laut in der Öffentlichkeit auftreten können und dies auch tun (lustigerweise, indem man den Kirchen vorwirft, die Finanzen seien nicht offengelegt, während man selbst zum eigenen Vermögen weitgehend schweigt, aber eine gute Propaganda lebt auch von Doppelstandards, nicht wahr?).

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