„Ich bete, dass es die Kirche in der jetzigen Form noch lange gibt“


Bild: Ecowin Verlag
Manfred Deix über die katholische Kirche

Von Reinhard JellenTELEPOLIS

Einen bunten Strauß voll herrlicher Kirchenschelten und entzückender Blasphemien bringt uns Manfred Deix, der zur Freude des Publikums in seinem neuesten Bildband Der heilige Deix die katholische Kirche maliziös untersucht. Ein Gespräch mit dem genialen Maler, Karikaturisten und Beach-Boys-Fan.

Herr Deix, der Katholizismus ist ja eine sehr sinnliche und derbe Religion, in welcher trotz aller Jenseiterei die niederen Regionen des Menschseins sehr wohl ihren Platz haben: Wie sehr hat Sie der Katholizismus als Künstler beeinflusst?

Manfred Deix: Der Katholizismus hat mich von Kleinauf beschäftigt. Ich bin katholisch erzogen worden: Erstkommunion, Firmung und alles, was dazu gehört. Als Sechsjähriger bin ich durch einen Religionslehrer täglich mit Religion konfrontiert worden und habe das erst einmal hingenommen, wie alle anderen auch. Als ich dann aber neun oder zehn Jahre alt geworden bin, habe ich gemerkt, dass hier etwas nicht ganz stimmt. Und mit elf wurde ich dann mit dem Phänomen der Homosexualität bekannt, obwohl ich mir damals gar nicht so recht vorstellen konnte was das ist: Ich hatte nämlich einen Religionslehrer, der immer recht nah an mir und meinen Tisch gestanden ist und mit mir sehr charmant war.

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