Wir brauchen einen Zentralrat der Atheisten!


Michael Schmidt-SalomonDer Atheismus treibt bizarre missionarische Blüten: Für die einen ist die Freiheit von der Religion wichtiger als die Religionsfreiheit – die anderen schwingen sich zu Fürsprechern des Judentums auf.

Von Henryk M. Broder DIE WELT

Angeblich gibt es keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten. Das ist natürlich Unsinn. „Warum ist die Banane krumm?“ ist eine dumme Frage. „Warum ist es am Rhein so schön?“ ebenso. Oder: „Wo war Gott, als die ;Titanic‘ unterging?“ Jedenfalls nicht an Bord des Schiffs.

Die dümmsten Fragen aber sind diejenigen, mit denen der Frager eine Antwort provozieren will, die in sein Konzept passt. „Sind wir nicht alle Gottes Kinder?“ Oder: „Machen wir es uns nicht zu einfach, wenn wir …?“

In diese Abteilung gehört auch eine Frage, die an den Philosophen und Religionskritiker Michael Schmidt-Salomon, Leiter der Giordano-Bruno-Stiftung „zur Förderung des evolutionären Humanismus“, im Zusammenhang mit der Islamkonferenz neulich gestellt wurde. Das Online-Magazin „Telepolis“ fragte ihn:

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7 Comments

  1. @CnndrBrbr
    In dem Moment, in dem Deutschland als Gesellschaft aufhört den Amtskirchen Sondernprivilegien und Steuervorteile einzuräumen, wird binnen weniger Jahre das religiöse Kartenhaus zusammenfallen.

    Die vielen Klöster, Güter, Kirchen usw. sind als Betrieb wie auch mmer nicht profitabel um im Wettbewerb zu bestehen, obwohl sie wegen der Vatikanfinanzierung deutlich teurer sind als die Konkurrenz. Das auch weil die Betreiber kaum Ahnung haben, was sie eigentlich machen. Ein studierter Zombieloge hat von der Landwirtschaft oder einer Werkstatt so viel Ahnung wie mein Hund, fast gar keine. In ihrem heiligen Buch findet sich keine Anweisung dazu, weder für die Agrarwirtschaft eines Klostergutes noch für den Bettelbertieb mit Sammelbüchsen in der Fußgängerzone.

    Die endlos vielen Bauten besonders mit den leeren Kirchen (geschätzt 30.000 – 60.000) sind total abgewirtshaftet und mehrheitlich abbruchreif. Die 1 – 1,5 Millionen Arbeitnehmer sind Billigstlöhner, ausgebeutet bis an den Rand der Zumutbarkeit, die machen alles außer sich für ihren Sklaventreiber einzusetzten. Je früher der über die Klinge springt und die frommen Oberantreiber und Ausbeuter im Talar arbeitslos werden, um so besser fühlen sich die Arbeitssklaven. Es ist ihre Stunde der Rache, die wolle sie genießen.

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  2. Was ist denn das bitte für ein Blödsinn?
    „Freiheit von der Religion wichtiger als die Religionsfreiheit“? Das ist ja fast so sinnvoll wie „Pflege des Gartens wichtiger als Gartenpflege“.

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  3. Hat nicht auch Landesbischof Meister die stärkere Organisation der Atheisten durch gbs et al gelobt? Ob man das nun hpd, gbs oder Zentralrat nennt, ist ja auch nur Wortklauberei…

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  4. Broder müsste es eigentlich genau wissen und wie man ihn einschätzen darf, weiss er es auch. Welch´ andere Aussage in Sachen „jüdischer Angelegenheiten“ bleibt denn einem, in der Öffentlichkeit stehendem Nachkriegsdeutschen, als die, von ihm provozierte? Wenn MSS seiner Berufung unverpönt, mit wenig Ärger verbunden, erfolgsversprechend und zukunftsträchtig nachkommen möchte, hat er keine große Wahl. Broder allerdings, darf sich als jüdischer Mitbürger, privilegierter Weise etwas „kecker“ präsentieren. Wenn dazu noch ein schönes Honorar abfällt, ist die halbe Miete auch schon im Kasten.

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  5. Typisch Boder – zuerst erzeugt er eine „virtuelle Nachricht“ zu MSS, die es sonst auf dem Markt gar nicht gibt ….. auf die man erst mal kommen muss…. dann kommentiert er sein eigenes „Machwerk“ und sonnt sich im schreibend im elitären Nirwana. Broder hat eben kabarettistische Qualitäten…. gehört in die Rubrik „Satire“ ? 😉

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  6. Broder wollte wohl mal wieder was zu Atheisten schreiben, aber fand keinen Aufhänger. Daher konstruierte er eine „Falle“ und darauf eine Kette unzusammenhängender und unlogischer Bemerkungen zu einem Interview mit Michael Schmidt-Salomon, um dann am Ende doch zu seinem Anliegen zu kommen, dass die Atheisten „missionieren“, wenn sie in Wahrheit nur innerlich längst ausgetretene Defacto-Atheisten ermuntern, zu ihrer Meinung mit einem formellen Austritt zu stehen.

    Dass Broder nicht verstanden hat, dass zur Religionsfreiheit die Freiheit von Religion dazu gehört und die Inanspruchnahme der Freiheit von Religion daher nichts anderes ist als die Inanspruchnahme der Religionsfreiheit – das geht offenbar über seinen geistigen Horizont. Da verwundert es auch nicht, dass er offenbar nicht versteht, was evolutionärer Humanismus oder die Klimaänderung kein Glaubensbekenntnis ist.

    Einem Kommentator wie Broder eine Plattform zu geben belegt, wie tief die Welt (nicht nur die Zeitung) gesunken ist…

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  7. wieso die Banane krumm ist, ist keine dumme Frage!

    Zentralrat der Atheisten hört sich erst mal gut an, aber das schiebt den Atheismus in eine Ecke in die er eigentlich nicht sollte.
    Er würde meiner Meinung nach auch fast schon einen Religionsstatus bekommen.
    Ist der Atheismus natürlich nicht, ich will auch nicht auf den billigen Trick der Gläubigen hereinfallen, die dem Atheismus eine Religionscharakter verleihen wollen.
    Aber durch einen Zentralrat steht der Atheismus plötzlich gleichberechtigt auf der Stufe vom „Zentralrat der Juden“ „Zentralrat xxx“.

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