Kampf ums Kalb: Tierschützer gegen Mönche


(Foto: Günther Reger)
Ein kleines Kälbchen soll vor der Schlachtbank gerettet werden und löst einen erbitterten Streit aus. Sind die Mönche vom Kloster Sankt Ottilien profitgierig und wollen das Tier deshalb nicht verkaufen? Oder liegt es doch an fanatischen Tierschützern, die dem Kloster einen Shitstorm beschert haben? Nun soll ein Animalpastor schlichten.

Von Ariane LindenbachSüddeutsche.de

Wer sind die Bösewichter in dieser Angelegenheit? Hartherzige, profitgierige Mönche, die einem kleinen Mädchen seinen Herzenswunsch verweigern? Oder fanatische Tierschützer, die möglichst publikumswirksam eine Hetzkampagne gegen das Kloster im Besonderen und die Massentierhaltung im Allgemeinen gestartet haben? Diese Fragen stellen sich, wenn man derzeit auf die Abtei Sankt Ottilien im oberbayerischen Landkreis Landsberg blickt.

Die Rahmenhandlung ist ebenso kurios wie rührselig: Die damals neunjährige Fanny will Ende vergangenen Jahres nach einem Besuch der Landwirtschaft im Kloster Sankt Ottilien von den Mönchen ein steriles Kälbchen namens Flora kaufen.

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2 Comments

  1. Das Kalb hat einen sicheren Platz auf Aiderbichl. Das wird bestätigt. Bei einer zweigeschlechtlichen Zwillingsgeburt ist das Mädchen zu 95% steril, das heißt, für die Milchindustrie unbrauchbar. Das Kind war bei einer Kälber-Geburt vor Ort dabei. Was ist verwerflich daran, einem Lebewesen das LEBEN zu retten? Auf dem Kälbermakrt werden solche Kälber mit einem Preis zwischen 200-400 EUR gehandelt. Außerdem hätte sich die Familie an den Kosten beteiligt. Auch ist inzwischen bekannt, daß sich das Kind mit der Familie schon lange VOR dem shitstorm um das Kalb bemühte- (nämlich gleich 2 Tage nach der Geburt ) – der Freikauf allerdings seitens des Klosters abgewiesen wurde! Die Frage bleibt seit Monaten dieselbe: Warum keine Gnade? Warum keine Barmherzigkeit?

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  2. Woher will das Mädchen oder seine Mutter wissen, dass das (weibliche) Kälbchen Flora oder Antoniella „steril“ ist? Rinder werden erst nach dem zweiten (manche Rassen nach dem dritten) Jahr geschlechtsreif (= fertil)?
    Das kleine Mädchen will lange sein Taschengeld (1,- € Woche) gespart haben. Da dessen Alter mit 9 Jahren angegeben wird, können es also nach Adam Riese nur 9 x 52 x 1,- = incl. zinsen weniger als 500,- € sein.
    Ein Nutztier an jemanden abzugeben, der nicht die Fachkenntnis hat es nach guter fachlicher Praxis zu betreuen und Versorgen und artgerecht zu halten (eine Bestätigung, dass es in Aiderbilchl aufgenommen wird, wurde nicht vorgelegt!) wäre vom Tierhalter verantwortungslos.
    Ich halte das ganze für einen Vorwand der einer Kampagne dienlich sein soll!

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