Deutschland: Lange Haftstrafe bei Genitalverstümmelung-oder warum manche Jungs keine Menschen sind


Bild: evangelisch.de
Die Verstümmelung der Genitalien von Mädchen und Frauen soll nach dem Willen der Bundesregierung künftig mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden. Eine solche Verstümmelung durch die traditionelle oder rituelle Beschneidung sei »ein schwerwiegender Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, dem als Menschenrechtsverletzung ernsthaft begegnet werden muss«, heißt es in einer Kabinettsvorlage von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP).

ND

2 Comments

  1. Frau Leutheusser-Schnarrenberger ist Mitglied im Beirat der Humanistischen Union und – laut Wikipedia – auch Mitglied im Deutschen Kinderschutzbund.

    Die Humanistische Union wurde 1961 gegründet. Sie setzte sich damals die »Befreiung des Menschen aus den Fesseln obrigkeitsstaatlicher und klerikaler Bindungen« zum Ziel. Es ging dieser Vereinigung um die Abwehr der geistigen Bevormundung durch Staat und Kirche. Selbstverantwortung und Selbstbestimmung des Bürgers sollten gegenüber dem dominierenden Einfluss des Staates und der hinter diesem, ihn in wesentlichen Fragen steuernden Kirche gestärkt werden. Die strikte Trennung von Staat und Kirche war folglich eine ihrer wichtigsten Forderungen. Später kamen andere Forderungen hinzu, wie etwa die nach Liberalisierung des Strafrechts und dessen Befreiung von christlich-religiösen Vorgaben. Die Humanistische Union forderte damals schon die Abschaffung des berüchtigten § 175 (Strafbarkeit der Homosexualität) und wandte sich entschieden gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe.

    Offenbar hat die Humanistische Union heute nichts dagegen, dass eines ihrer Beiratsmitglieder aktiv daran mitwirkt, dass die Verquickung zwischen Staat und Kirche immer enger wird. Und was sagt der Deutsche Kinderschutzbund, dass Frau Minister sich aktiv für die Verstümmelung von kleinen Jungs einsetzt? Die jetzige Initiative ist reine Augenwischerei. So sehr sie im Grundsatz zu begrüßen ist, sie soll in erster Linie ablenken von diesem fatalen Beschneidungsgesetz, an dessen Verabschiedung sie maßgeblichen Anteil hat. Wäre ich damals noch Mitglied in der Humanistischen Union gewesen, spätestens dann wäre ich unter Protest ausgetreten.

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