Ch. Pfeiffer über Gewalt und Religiosität


Bild: wikipedia
In diesem Jahr soll ein Artikel gedruckt werden, der schon im Voraus für heftige Diskussionen gesorgt hat: Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen und Dirk Baier, einer seiner beiden Stellvertreter, haben über „Christliche Religiosität und elterliche Gewalt“ geschrieben. Der „Vergleich der familialen Sozialisation von Katholiken, Protestanten und Angehörigen der evangelischen Freikirchen“ ist online schon auf der Website des NDR verfügbar.

Von Ulrike HeitmüllerTELEPOLIS

Die beiden Wissenschaftler haben dafür zwei Befragungsstudien des KFN zum Teil neu ausgewertet: Eine deutschlandweite repräsentative Schülerbefragung aus den Jahren 2007 und 2008 sowie eine Erwachsenenbefragung aus dem Jahr 2011. Sie unterschieden nach evangelischer, katholischer und evangelisch-freikirchlicher Gemeindezugehörigkeit. Und sie differenzierten weiter nach dem Grad der Religiosität (nicht religiös, etwas religiös, religiös, sehr religiös).

Zwei Ergebnisse sind besonders interessant: Das erste betrifft die Eltern. Hier wird sichtbar, dass sich evangelische und katholische Amtskirchler hinsichtlich der Gewaltanwendung relativ ähnlich sind: Am wenigsten prügeln Eltern, die sich als mittel religiös einstufen. Sehr religiöse und gar nicht religiöse Eltern prügeln etwas mehr. Bei religiösen Freikirchlern wird ein höherer Anteil der Kinder geschlagen – und je gläubiger die Eltern sind, desto massiver prügeln sie ihre Kinder.

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