Jenna Miscavige Hill : „Diese Kirche ist brutal“(Scientology)


Jenna Miscavige Hill, Photo: Theda Bara
Jenna Miscavige Hill, Photo: Theda Bara
Ihr Onkel ist der Chef von Scientology. Die Amerikanerin Jenna Miscavige Hill war selbst 20 Jahre Mitglied. Hier spricht sie über ihre Flucht, Tom Cruise und ihr neues Leben

Von Dagmar von TaubeDIE WELT

Jenna Miscavige Hill, 29, ist schwer zu erreichen. Das liegt zum einen an der Zeitverschiebung, sie lebt in San Diego. Zum anderen haben sie und ihr Mann Dallas zwei Kinder, eins und vier – „und denen gehöre ich rund um die Uhr“, sagt die junge Mutter, die als Kind ihre eigenen Eltern fast nie sah. Am Telefon in den sehr frühen kalifornischen Morgenstunden klingt ihre Stimme jung, aber sehr nüchtern, fast streng, ohne Klang.

Welt am Sonntag:

Hören Sie das auch, Mrs. Miscavige, dieses Knacken in der Leitung?

Jenna Miscavige Hill:

Abgehört werden wir nicht, falls Sie das meinen. Das hat Scientology bei mir nie gemacht.

Sie schreiben ja auch offen über die Dinge. „Mein geheimes Leben bei Scientology und meine dramatische Flucht“ heißt Ihr Buch (btb Verlag, 500 Seiten, 19,99 €.), in dem Sie von Ihrem fast 20-jährigen Leben in Vormund- und Gefangenschaft erzählen – und Ihrer Befreiung anschließend.

Ja, vor acht Jahren sind wir geflüchtet, mein Mann und ich. Bei Scientology haben wir uns kennengelernt.

Aussteiger dieser Gemeinde werden drastisch unter Druck gesetzt. Einer, von dem ich weiß, wurde Opfer einer E-Mail-Attacke: „Wie geht’s Dir? Wo bist Du? Was machst Du?“ Bis zu 600 Stück am Tag. Ein anderer wollte sein Kind von der Schule abholen, dort hieß es dann: „Wieso, da war doch schon jemand da …“ Wie sehr waren Sie in Gefahr?

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