Staatstrojaner in den Händen der Gülen-Sekte?


Bild: heise.de
Wired, Arsenal und Kaspersky fanden Anhaltspunkte dafür, dass die islamistische Gruppe versuchte, über türkische Behörden eine amerikanische Kritikerin auszuspähen

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Die italienische Firma Hacking Team stellt den Staatstrojaner Remote Control System (RCS) her, den sie nach eigenen Angaben ausschließlich an Regierungsstellen und Behörden verkauft. Das Magazin Wired, die Computerforensikfirma Arsenal und der Antivirensoftwarehersteller Kaspersky fanden jedoch Anhaltspunkte dafür, dass versucht wurde, das Spionagesystem einzusetzen, um eine amerikanische Kritikerin der islamistischen Gülen-Bewegung auszuspähen. Diese vom türkischen Prediger Fethullah Gülen ins Leben gerufene Sekte steht im Verdacht, eine Art verdeckte Machtübernahme über einen heimlichen Marsch durch die Institutionen zu verfolgen und ihre Anhänger gezielt bei der Polizei, der Justiz und anderen Behörden zu installieren.

Die Amerikanerin, die vor allem über die Privatschulen der Sekte schreibt, schöpfte einen ersten Verdacht, als sie eine Email bekam, die angeblich einen Link auf eine neue Website zur Gülen-Bewegung enthielt. Allerdings fiel ihr rechtzeitig auf, dass der Absender nicht ein ihr bekannter (und ebenfalls Gülen-kritischer) Professor an der Harvard University war, sondern eine Person, die dessen Email-Adresse mit der Domainendung „hardward.edu“ zu fälschen versuchte.

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