Giordano-Bruno-Stiftung fordert Einschreiten gegen Aufrufe zur Ermordung Hamed Abdel-Samads


Bild: gbs
Bundesregierung soll den ägyptischen Staatspräsidenten zum Handeln bewegen

Von Peter MühlbauerTELEPOLIS

Den Politiologen Hamed Abdel-Samad kennen viele deutsche Fernsehzuschauer und Radiohörer als Vor-Ort-Kommentator des arabischen Frühlings in Kairo. Nun muss der an der Universität München über das Bild der Juden in ägyptischen Schulbüchern promovierte Teilnehmer der Zweiten Deutschen Islamkonferenz um sein Leben fürchten.

Grund dafür ist der Prediger Assem Abdel-Maged, der im Fernsehsender al-Hafez dazu aufrief, den Gelehrten wegen Kritik am Religionsstifter Mohammed zu richten. Abdel-Maged steht der militanten Salafistengruppe Dschama’a al-Islamiya vor, deren Abspaltung al-Dschihad 1981 den damaligen ägyptischen Präsidenten Anwar as-Sadat ermordete, weil dieser Frieden mit Israel geschlossen hatte. Konkret stört den Scheich ein Vortrag über „religiösen Faschismus“, den Hamed Abdel-Samad am 4. Juni in Kairo hielt. Darin kritisierte der Politologe unter anderem, dass Mohammed seine Lehre „als Monokultur durchsetzte“.

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3 Comments

  1. Wir sind Bürger eines Landes, das sein eigenes Grundgesetz nicht achtet, indem es die Gleichbehandlung aller vorschreibt aber Dritte nach Lust und Gusto dikriminieren läßt. Im Parlament treten heilige Popanze auf und werden bejubelt, obwohl mit Dokumenten belegt sie ihre eigenen kriminellen Kinderficker schützen, dazu Dokumente fälschen, Akten verschwinden lassen und die Justiz des Landes an der Nase rumführen

    Da soll man dann als Deutschland einen fast islamischen Gottesstaat daran erinnern, er möge doch seine Gesetze einhalten und die Vorgaben seines heiligen Buches mißachten, das den Mord an den eigenen Kritikern zwingend vorschreibt. In dem heiligen Buch des Christentums werden etwa 35 Millionen hingeschlachtet, das ist aber in Ordnung denn es ist ja unsere edle Kultur

    Was für eine paranoide Kultur

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  2. Unsere christlich orientierte Regierung schließt sich da wohl lieber der Auffassung ihres großen Meisters an, der da (angeblich) verkündete: „Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen.“ Mit dieser Einstellung kann man sich natürlich gut vor der Verantwortung drücken. Aber auch wenn die Bundesregierung (hoffentlich) etwas unternimmt und damit Herrn Abdel-Samad den Kopf aus der Schlinge nehmen kann, das Grundproblem das dahintersteckt, nämlich der globale, religiöse Wahnsinn und seine Auswirkungen auf die gesamte menschliche Gemeinschaft, bleibt unangekratzt bestehen.

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  3. Ich möchte das Schweigen der offiziellen deutschen Stellen im Moment so deuten, dass auf diplomatischem Weg, also hinter den Kulissen und nicht öffentlich, die ägyptische Regierung dringend aufgefordert wird, sich von diesem Aufruf zu distanzieren. Würde diese Aufforderung öffentlich ausgesprochen, wäre zu befürchten, dass man sich in Ägypten unter Druck gesetzt fühlen und dann erst recht nicht reagieren würde. Wie gesagt – ich deute das Verhalten der deutschen Behörden derzeit so. In Kürze allerdings müsste erkennbar werden, dass sol­ches verbrecherische Treiben von regierungsnahen – um es vorsichtig auszudrücken – Stellen absolut nicht hinnehmbar ist. Was man aber jetzt zu erwarten hätte, wäre eine klare Verurteilung solcher Mordaufrufe durch die deutschen Muslimverbände. Sie hätten klarzustellen, dass – zumal sachliche – Kritik auch am Islam und am Koran niemals und unter keinen Umständen die Ermordung des Kritikers rechtfertigen kann.

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