BVerf-Richter a.D. Di Fabio: Nicht auf Laizismus setzen


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Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio ist der Meinung, Deutschland sollte nicht aus Angst vor einem Erstarken des Islam auf mehr Laizismus setzen. Das hat der Jurist am Montag im Berliner Bode-Museum erklärt.

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Die Religion aus Furcht vor einer Islamisierung „auszukehren”, halte er für einen „großen Irrtum”, sagte Di Fabio bei einer Diskussionsrunde zum Thema Religion in Europa. Veranstalter waren die Katholische Akademie in Berlin und die Herbert Quandt-Stiftung. Derzeit stehe die Gesellschaft wegen zunehmender Säkularisierung und muslimischer Einwanderung vor der Entscheidung, Religion entweder aus der Öffentlichkeit zu verbannen, oder Pluralität zuzulassen. „Religion hat diese öffentliche Tendenz”, sagte Di Fabio. „Jede ernstzunehmende Religion” gerate auch hin und wieder in Konflikt mit dem Staat, wie sich derzeit etwa an den Demonstrationen von Christen in Frankreich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe zeige.

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2 Comments

  1. Daran wird es ganz sicher scheitern. Der katholische Dogmatismus ist unantastbar und ewig wahr, gleichzeitig ist er mit den Menschenrechten vollkommen unvereinbar. Das Christentum müßte sich vollkommen neu erfinden und aufs der Bibel ein Heftchen von 10 Seiten machen

    Die Konservativen des Katholizismus betrachten eine Gesellschaft, welche die Menschenrechte respektiert, als verachtenswert in der Sünde lebend und betreiben die Verurteilung jedweder Kritik an der Religion durch weltliche Gerichte. Nahezu jede der vielen Tausend Sekten handelt vergleichbar. Tritt ihnen aber jemand auf die Zehen, dann pochen sie genau auf diese Rechte, die so sehr verdammen. Allein dadurch zeigt sich, was für ein verlogener und moralisch verkommener Haufen das ist

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  2. Die Denkrichtung des Aussenministers mutet seltsam an. Es gibt derzeit einen einzigen Satz von ethischen Grundregeln, die von der UNO als weltweit gültig erklärt wurden und das ist die Erklärung der Menscherechte mit ihren Ergänzungsdokumenten. Es ist also an der Zeit, dass alle Religionen dieser Erde ihre Wertvorstellungen an Hand dieser ethischen Mindeststandards überprüfen. Nicht der einzelne Bürger muss tolerant gegenüber beliebigen religiösen Forderungen sein sondern umgekehrt müssen alle Religionen die unveräußerlichen Menschrechte respektieren.

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