Von Religionskritik zur Diffamierung


Das Kreuz mit den Religionen
Das Kreuz mit den Religionen
Wann wird Religionskritik zum Instrument zur Ausgrenzung, Diffamierung oder gar Hetze gegenüber Angehörigen einer Religionsgemeinschaft?

Von Nilden VardarDasParlament

Sowohl das Recht auf freie Meinungsäußerung, die der Religionskritik zugrunde liegt, als auch die Religionsfreiheit und der Schutz vor Ausgrenzung und Diffamierung von Religionsgemeinschaften begründen sich in der unveräußerlichen Würde des Menschen, die sich aus unterschiedlichen normativen Quellen speist und im Grundgesetz festgeschrieben ist. Es geht hierbei um den Schutz der Religionsgemeinschaft als ein Kollektiv von Individuen und nicht den Schutz der Religion als abstraktes Konzept. Ob und inwiefern diese beiden zumindest diskursiv voneinander abgrenzbar sind, ist eine weitere Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt. Allein die damit verbundene Begriffsdiskussion unter Berücksichtigung der Bedingungen einer sich zunehmend ausdifferenzierenden „postmodernen“ Gesellschaft würde weit mehr Raum erfordern. Daher ist Ausgangspunkt folgender Überlegungen das Spannungsverhältnis zwischen konstruktiver Religionskritik und Schutz vor Diffamierung. Konstruktiv meint in dem Zusammenhang eine Form der Kritik, die durch die Hinterfragung religiöser Lehren, Praxen und Institutionen zum Abbau von Diskriminierungsmechanismen beiträgt. Offenbart hat sich dieses Spannungsverhältnis in jüngerer Zeit unter anderem im Zusammenhang mit der „Islam-Debatte“.

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