Reaktionäre Esoterik, Rechtspopulismus und der Kopp-Verlag


kopp_verlagKritischer Überblick zum Kopp-Verlag und Vortrag der Sozialwissenschaftlerin und Autorin Dr. Claudia Barth, anschließend Diskussion

Das Motto des Kopp-Verlags „Informationen, die Ihnen die Augen öffnen“ aufgreifend, richtet der Veranstaltungskreis „Augen öffnen“ kritische Blicke auf reaktionäre Esoterik, kulturrassistische Ressentiments und revisionistische Geschichtsdarstellungen im Angebot von Kopp. Denn dessen Sortiment enthält problematische Ideologien, die das demokratische Zusammenleben gefährden können.

Viele Menschen fühlen sich in unsicheren Arbeits- und Lebensverhältnissen nicht wohl, sie suchen nach neuer spiritueller Identität und nach politischer Orientierung. Diese individuelle Suche führt nicht selten zu den Angeboten von Kopp-Verlag und -Versand, die Teil des Psycho- und Esoterikmarktes sind. Und hiermit zu reaktionären Welterklärungen, die Sinn und Orientierung versprechen, oft aber krude Ideologien transportieren.

Mit seinem esoterischen, alternativmedizinischen und rechtspopulistischen Sortiment beeinflussen Kopp-Verlag und -Versand die Verarbeitung von Krisenerfahrungen und Identitätsproblemen ihrer Kunden. In der Veranstaltung steht die Rolle der reaktionären Esoterik bei der rechtsorientierten Ideologiebildung im Vordergrund.

Die Hauptreferentin Dr. Claudia Barth ist Sozialwissenschaftlerin und Diplom-Sozialpädagogin. Veröffentlichungen u. a.: Über alles in der Welt. Esoterik und Leitkultur (2006, alibri); Esoterik – die Suche nach dem Selbst (2011, Transcript).

20 Uhr, Schlatterhaus, Österbergstraße 2, Tübingen

Eintritt frei – Spenden erwünscht

Die Veranstalter sind solidarisch mit Albert Bodenmiller, dem Rottenburger Gemeinderat der „Bürgerfreundlichen Heimat“, der wegen seiner Kritik an rechtslastigen Tendenzen im Medienangebot des Kopp-Verlags Diffamierungen und Bedrohungen von rechts ausgesetzt ist.

Veranstaltungskreis „Augen öffnen“: Arbeitskreis Rechtsradikalismus und Zeitgeschichte / Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus e.V.; Geschichtswerkstatt Tübingen e.V.; Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschisten Tübingen-Mössingen.

Die Veranstaltung wird von den Gruppen des Veranstalterkreises sowie von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Baden-Württemberg finanziell ermöglicht.

Lern- und Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus e.V.