Staunen über Aristoteles


foto: apa/kunsthistorisches museum wien
„Er hatte unverstelltes Zutrauen in Fantasie, Wahrnehmung und Vorstellung“: Altphilologe Hellmut Flashar über den großen Philosophen

derStandard.at

STANDARD: Mit Ihrer Monografie über Aristoteles haben Sie es geschafft, Leben und Werk des Platon-Schülers wieder in den kulturellen Diskurs einzubringen. Wie soll man Aristoteles heute lesen?

Flashar: Es gibt Bereiche seiner Philosophie, die einen direkt ansprechen. Wer seine Ethik liest, wird berührt von seinen Aussagen über Freundschaft, Lust und Verwirklichung von Gerechtigkeit. Auch seine Rhetorik ist heute wieder von Bedeutung. Die Frage „Wie soll man reden?“ ist aktuell. Dann wieder stößt man auf Texte, die man nur staunend zur Kenntnis nehmen kann. Wenn er etwa naturwissenschaftliche Phänomene beschreibt wie den Hagelschlag, ist das ein Faszinosum. Ähnliches gilt für seine logischen Schriften.

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