Gott ist tot, aber Ozzy lebt


Bild: telepolis
Dreiundvierzig Jahre scheinen eine Ewigkeit zu sein. Für den Rock ’n‘ Roll gilt das offensichtlich nicht, er ist zeitlos. Das beweist nicht zuletzt das grandiose Alterswerk von Black Sabbath.

Von Rudolf MareschTELEPOLIS

Noch immer sehe ich die mitleidigen Gesichter meiner Kumpels, als ich ihnen im Frühjahr des Jahres 1970 stolz meine neueste Errungenschaft präsentierte, das Debüt einer Band, die sich und ihren Erstling etwas mysteriös Black Sabbath nannten. Und man kann nicht gerade behaupten, dass sich ihre Mienen nach dem Hören der ersten Geräusche und Klänge aufhellt haben. Im Gegenteil!

Schroffe Ablehnung

Die verwaschene Dartmoor-Landschaft mit den verfallenen Ruinen auf dem Cover und einer geheimnisvollen Frau in der Mitte, die den Betrachter unvermittelt an einen Edgar-Wallace-Film aus den Fünfzigern denken ließen, die düsteren Grooves des Bassisten „Geezer“ Butler und die verschleppt-verzerrten Riffs des Gitarristen Tony Iommi, die einem Glockengeläut, Gewitter- und Donnerstürzen mit einsetzendem Nieselregen folgten, waren gewiss unüblich und für manche Ohren gewöhnungsbedürftig

Deren ablehnende Haltung und Reaktion waren also durchaus verständlich. „Was willst du denn mit diesem Sch …“ – waren so die Kommentare, die mir damals entgegenschlugen und die mir beim Hören des neuen und, besser noch, beim Schreiben über das grandiose Alterswerk der Ü-60 Rocker wieder in den Sinn kommen.

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