Vatikan, Mafia und Stasi


Bild: picture alliance / dpa / Stf
Am 22. Juni 1983 kehrte die 15-jährige Emanuela vom Musikunterricht nicht in ihr Zuhause im Vatikan zurück. Bis heute gibt es zahlreiche Spekulationen um das Verschwinden der Tochter eines Hofdieners. Die Stasi, die Mafia oder der Vatikan sollen darin verstrickt sein. Ihr Bruder hofft immer noch, eines Tages die Wahrheit zu erfahren.

Von Tilmann KleinjungDeutschlandfunk

„Der Albtraum begann am Abend, als Emanuela nicht nach Hause gekommen war. Wir waren sofort alarmiert.“

Am 22. Juni 1983 verschwand Emanuela Orlandi. Sie war 15 Jahre alt.

„Die letzte Spur von Emanuela finden wir an der Haltestelle des 70er-Busses, gegenüber vom Senatsgebäude“

Emanuela Orlandi war Bürgerin des Vatikanstaats. Ihr Vater arbeitete für Papst Johannes Paul II.

„Das Tragischste an dieser Sache ist: Vom Vatikan gab es nie Informationen.“

Bis heute weiß man nicht, was mit Emanuela passiert ist. Wurde sie gekidnappt, verschleppt, ermordet? War es die Mafia, die Stasi oder ein Verwandter? Emanuela Orlandi wäre heute 45 Jahre alt.

„Ich bin überzeugt, dass Emanuela Orlandi noch lebt.“

„Hier sind wir auf dem Platz Sant‘ Apollinare vor dem Palazzo Sant‘ Apollinare. Hier befand sich die päpstliche Musikschule „Ludovico Da Vittoria“ – im dritten und vierten Stock.“

Pino Nicotri ist vermutlich der Journalist in Italien, der den Fall „Emanuela Orlandi“ am Besten kennt. Er hat alles recherchiert: jedes Detail, jede Minute.

„Hier ist Emanuela Orlandi am Abend des 22. Juni gegen 19 Uhr herausgekommen“, sagt Pino Nicotri und zeigt auf den Eingang zum Palazzo „Sant‘ Apollinare“. Heute ist hier die Opus Dei Universität „Santa Croce“ untergebracht. 1983 war in dem Palazzo die Musikschule, in der Emanuela Querflötenunterricht nahm. Sie war eine gute Schülerin, wollte Musikerin werden. Doch seit ihrer letzten Flötenstunde gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihr.

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