Konfessionsstreit gefährdete 1953 Adenauers Wahl – „Ochsenfurter Zwischenfall“


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Weil Bischof Julius Döpfner eine ökumenische Weihe verweigerte, wurde er im „Ochsenfurter Zwischenfall“ attackiert. Vor 60 Jahren musste Konrad Adenauer in dem bayerischen Streit intervenieren.

DIE WELT

Der Würzburger Bischof hatte in diesem Moment wohl eine Heidenangst. Julius Döpfner, der spätere Kardinal, ist am 28. Juni des Jahres 1953 in seiner Kutsche auf dem Weg zur Einweihung der neuen Ochsenfurter Zuckerfabrik, als sein Gefährt jäh gestoppt wird. Evangelische Reiter aus Gnodstadt blockieren die Kutsche, sie überziehen den katholischen Oberhirten mit lauten Schmährufen. „Pfui!“, „Zieht ihn raus!“, „Schlagt ihn tot!“ sollen sie dabei gebrüllt haben. Die Polizei verhindert in diesen Minuten Schlimmeres. Als „Ochsenfurter Zwischenfall“ ging der Eklat in die Geschichte der jungen Bundesrepublik ein.

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