Uralte Erbinformationen


Forscher haben den Knochenfund eines 700.000 Jahre alten Pferdes mit denen eines heute lebenden Przewalski-Pferdes verglichen. (Bild: picture alliance/dpa/ Claudia Feh/nature publishing group)
Dass in den Knochenfunden von Urzeit-Tieren Erbinformation stecken könnte, galt lange als ausgeschlossen. Doch mit dem Computer gelang es immer häufiger, Erbgut längst vergangener Lebewesen zu rekonstruieren. Wissenschaftler aus Kopenhagen haben dabei nun einen neuen Rekord aufgestellt.

Von Michael LangeDeutschlandfunk

Der Fund stammt aus dem Permafrostboden im Norden Kanadas und ist etwa 700.000 Jahre alt. Es handelt sich um einen Hinterhuf-Knochen eines Pferdes aus dem mittleren Pleistozän. Dass sich aus diesem Fund Erbmaterial gewinnen lässt, ist schon etwas Besonderes. Aber nun haben Forscher der Universität Kopenhagen nicht nur ein paar Erbgutschnipsel gefunden, sondern das ganze ursprüngliche Pferdeerbgut rekonstruiert.
Der Evolutionsbiologe David Lambert von der Griffith University in Nathan, Australien, sieht darin einen Riesenfortschritt für die Forschung mit alter DNA.

„Diese Veröffentlichung ist ein Meilenstein. Da besteht kein Zweifel. Der bisherige Rekord für die Entzifferung alter Genome lag bei knapp 80.000 Jahren, und nun wurde er fast um das Zehnfache übertroffen.“

Eingefroren im Erdboden, abgeschirmt von Wasser und Luft, hat die Erbsubstanz 700.000 Jahre gut überstanden. Natürlich ist sie in Millionen Einzelstücke zerfallen, jedes nur 25 bis 75 genetische Buchstaben lang. Für die Wissenschaftler um Ludovic Orlando am Zentrum für Geogenetik der Universität Kopenhagen ging es bei der Präparation darum, dass so wenig kostbare DNA wie möglich verloren geht.

weiterlesen