Twittern Christen fröhlicher?


Bild: F.R.
Nach einer Analyse von Tweets scheinen Atheisten – zumindest in den USA – ein wenig unglücklicher zu sein. Soziale Netzwerke liefern eine Flut an Daten (Big Data), worüber sich nicht nur Geheimdienste, sondern auch Wissenschaftler freuen, weil ihnen so günstig und leicht zugänglich Ressourcen zur Verfügung stehen, um nach irgendwelchen Korrelationen zu suchen. Psychologen der University of Illinois haben nun einmal untersucht, ob religiöse Menschen glücklicher sind als Atheisten, wozu sie fast 2 Millionen Tweets nach Worten mit emotionaler Bedeutung durchsucht haben.

Von Florian RötzerTELEPOLIS

Die Psychologen leiten ihre in der Zeitschrift Social Psychological & Personality Science erschienene Studie mit der Frage ein, ob das Glücksversprechen der Religion wirklich nur eine Illusion sei, wie das Karl Marx („Religion ist das Opium des Volkes“) und Atheisten wie Richard Dawkin behaupten würden. Es gebe nämlich Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Religion und Wohlergehen, die bei allen großen Religionen festgestellt worden seien – und den Zusammenhang wollten sie mit der Analyse von Tweets religiöser und atheistischer Menschen überprüfen. Möglich sei, dass sich die Denkstile unterscheiden, die Religiösen würden intuitiver und emotionaler denken, die Atheisten analytischer und skeptischer, weswegen letztere womöglich depressiver, pessimistischer und unfähiger zu Selbstillusionen seien. Zudem könnten religiöse Menschen über die Gemeinde stärker in Gemeinschaften eingebunden und deswegen glücklicher sein als Atheisten.

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