Wenn Religion zerstört


Bild: AP
Jahrhundertelang haben Hindus und Muslime in Indien friedlich zusammen gelebt. Bis es zu blutigen Konflikten zwischen Vertretern beider Konfessionen kommt. In „Unsere Stadt in jenem Jahr“ beschreibt Geetanjali Shree wie sich der Glaubenskampf schleichend der Menschen bemächtigt.

Von Claudia Kramatschek Deutschlandradio Kultur

Als 1992 in der nordindischen Stadt Ayodhya die jahrhunderte alte Babri-Moschee von aufgebrachten Hindu-Nationalisten erstürmt und demoliert wurde, war dies das Ende einer langen und friedlichen Koexistenz der zwei größten Konfessionen in Indien. 1998 veröffentlichte die indische Schriftstellerin Geetanjali Shree einen Roman über den erschreckenden Vormarsch religiöser Fundamentalisten in ihrer Heimat: „Hamara shahar us baras“ – „Unsere Stadt in jenem Jahr“. Die Handlung spielt in Indien, Anfang der 1990er Jahre, in einer kleinen Stadt, die bis zum Ende des Romans namenlos bleibt. Wie im übrigen Land leben auch hier Muslime und Hindus seit Jahrhunderten mehr oder weniger friedlich zusammen. Und wie im übrigen Land bekämpfen sich plötzlich auch in dieser Stadt Hindus und Muslime bis aufs Blut.

weiterlesen

2 Comments

  1. Wie bei uns in Europa….. 😉

    ..römische Katholiken im Kreuzzug gegen Katharer..die von der damals herrschenden Kirche vollkommen ausgelöscht wurden..
    …westliche KreuzChristen gegen Orthodoxe Christen wie Muslime in den Kreuzzügen nach Palästina…die Orthodoxen gingen unter…die Christen holten sich bei den Muslimen blutige Nasen…..
    …..die ChristenKreuzzüge gegen heidnische Prussen in Polen, dem Baltkum und Westrussland…erst Orthodoxe Christen aus Nowgorod stoppten die Prussenwallfahrten…..
    ….die christlichen Kriege um die Reformation/Gegenreformation herum, die im unsäglichen Blutbad des 30. Jährigen Krieges mündete……
    …..erst neulich…… Terrorkrieg zwischen Katholiken und Protestanten in Irland…..

    Gefällt mir

  2. Das angeblich jahrhundertlange friedliche Zusammenleben ist eine Verzerrung der indischen Geschichte. Die muslimischen Sultanate in Indien wurden in blutigen Kriegen erobert. Unter den britischen Kolonialherren kam es immer wieder zu Unruhen zwischen Anhängern beider Religionen. Als die Kolonialherrschaft endete, zerbrach Indien in zwei Teile an der Religionsfrage und etwa 1 Million starben, als Muslime vom Süden in den Norden flohen und Hindus in den Süden. Die nördlichen Provinzen Indiens waren jahrzehntelang für Reisende wegen der religiösen Unruhen gesperrt. Ja, Gandhi hatte den Traum des Friedens zwischen Muslimen und Hindus (und Christen) und dieser Traum bewegt Indien bis heute, aber Gandhi wurde wegen dieses Traums getötet und es bedeutet weiter harter Arbeit der Regierung Indiens, ihn zu verwirklichen, sofern den die säkularistisch ausgerichteten Parteien die Mehrheit behalten.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.