„Al-Qaida ist kleines Rädchen der Muslimbruderschaft“


Ein Aussteiger berichtet in der Welt von der Muslimbruderschaft in Ägypten Foto: Jonathan Rashad (CC BY-NC-SA)
Der Ägypter Abd al-Gelil al-Sharnoby war 23 Jahre lang Mitglied der Muslimbruderschaft. Vor zwei Jahren stieg er aus und sagt in einem aktuellen Interview mit der Tageszeitung Die Welt, dass er sich von der Taktik der Muslimbrüder betrogen fühlt.

pro Medienmagazin

Der ägyptische Journalist und Regisseur Abd al-Gelil al-Sharnoby wurde bereits im Alter von 13 Jahren Mitglied der Muslimbruderschaft. Nach der Revolution im Mai 2011 verließ er die Organisation. „Mein Traum war und ist immer noch, eine islamische Repräsentanz zu haben, die die Kultur und den Menschen respektiert. Sie muss nicht unbedingt regieren, denn wie sich gezeigt hat, hat das nichts mit dem realen Leben zu tun.“ Al-Sharnoby fügt hinzu: „Die Muslimbrüder predigen immer: Wir wollen eine Reform, wir wollen nicht regieren.“ Doch habe sich als falsch herausgestellt.

Al-Sharnoby war Chefredakteur von „Ichwan online“, der Webseite der Muslimbruderschaft und hatte daher viel mit dem Leitungsbüro zu tun. „Dabei habe ich festgestellt, dass alle vom Leitungsbüro ausgehenden Aktionen zum Ziel hatten, irgendwann einmal zu regieren. Eine Reform wollten sie nicht, obwohl sie das immer behauptet hatten.“ Er fügt hinzu: „Ich habe die Muslimbruderschaft schließlich verlassen, weil ich mich betrogen fühlte.“

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