„Sektenkinder von Lonnerstadt“: Justiz wird aktiv


Bild: WDR
Es gibt weder Dusche noch Wanne, nur spärlich zu essen, Arztbesuche sind „nicht nötig“: Nach monatelanger Diskussion über das Wohl der Sektenkinder in Mittelfranken entzieht das Erlanger Amtsgericht Anhängern des „Gurus von Lonnerstadt“ das Sorgerecht.

Von Olaf PrzybillaSüddeutsche.de

Das Amtsgericht Erlangen hat den Eltern der sogenannten „Sektenkinder von Lonnerstadt“ weite Teile ihres Sorgerechts entzogen. Die drei Kinder – neun, elf und 14 Jahre alt – wurden bereits aus dem Elternhaus im Landkreis Erlangen-Höchstadt geholt und in eine Einrichtung gebracht. Das Sorgerecht für die Kinder geht auf das Erlanger Jugendamt über.

Das Amtsgericht hatte ein Gutachten bei einem Jugendpsychiater eingeholt. Nach mehrfachen Besuchen in Lonnerstadt sei der Familienrichter zu der Überzeugung gelangt, die Eltern seien „zu einer Kooperation im Sinne der Kinder nicht in der Lage“, sagte der Sprecher des Nürnberger Oberlandesgerichts, Michael Hammer.

weiterlesen