Darwins Dämonen – Wie Parasiten ihre Wirte zu Zombies machen


David Hughes
Parasiten sind Meister der Manipulation. Doch einige haben diese Kunst auf die Spitze getrieben: Sie machen ihre Wirte zu Zombies. Forscher versuchen herauszufinden, wie sie das schaffen – und welchen Effekt sie beim Menschen haben.

Von Kai KupferschmidtDER TAGESSPIEGEL

David Hughes ist Zombieforscher. In seinem Labor an der Staatlichen Universität von Pennsylvania untersucht der Biologe ein schauriges Schauspiel, das er im Regenwald in Thailand beobachtet hat: Holzameisen, von denen ein winziger Hefepilz Besitz ergriffen hat, verlassen dort wie ferngesteuert ihr Nest weit oben in den Bäumen. Halb kletternd, halb fallend zieht es sie hinunter auf den Waldboden. Dort erklimmen sie kleinere Pflanzen und verbeißen sich in eine Ader an der Unterseite eines Blattes. Erst dann tötet der Pilz, Ophiocordyceps unilateralis, die Zombieameise mit einem Cocktail aus Chemikalien.

Aus den Füßen des Kadavers wachsen Pilzfäden, die ihn fest an das Blatt heften und ein Stiel wächst aus dem Kopf des toten Tieres. An der Spitze des Stiels bildet sich ein Fruchtkörper, aus dem Sporen auf den Boden herabregnen, die neue Ameisen infizieren.

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