N. Lammert über die Verflechtung von Politik und Kirche


Norbert Lammert brachte seine Meinung klar zum Ausdruck – das kam beim Publikum an. Fotos: Böhm
Dr. Norbert Lammert sprach in der Kirche über die Verflechtungen von Religion und Politik – seine Ansichten zur Familienpolitik sind konservativ.

Von Katrin BöhmMittelbayrische

Er ist kein Pfarrer und durfte am Mittwoch doch in einer Kirche sprechen. Und den Applaus, den Professor Dr. Norbert Lammert für seine Rede erhielt, hat sich wohl schon so mancher Pfarrer gewünscht – der Bundestagspräsident war am Mittwoch auf Einladung von MdB Alois Karl im Landkreis unterwegs. Zur Mittagszeit sprach er in der Wallfahrtskirche am Habsberg über Politik und Religion. Dass Wallfahrtsrektor Dr. Andreas Thiermeyer ihm und seinem Gefolge „Kirchenasyl etwas anderer Art“ (Alois Karl) gewährte, lag am Wetter und der Anzahl der Zuhörer: In den ursprünglich vorgesehenen Meditationsraum St. Franziskus im Diözesanhaus hätten nicht alle Gäste hineingepasst, außerdem staute sich die Luft dort schon nach wenigen Minuten.

In der angenehm kühlen Kirche nebenan brachte der CDU-Politiker Lammert, der sich selbst als „bekennenden Christen“ bezeichnet, seinen aufatmenden Zuhörern seine Sichtweise über die Verflechtung von Religion und Politik näher – wie eng und kompliziert die Verbindung der beiden sei, zeige das Beispiel der Reformation. Seiner Ansicht nach habe das christliche Ethos nicht an Relevanz eingebüßt – auch wenn die Kirchenbindung zurückgehe – im Gegenteil. „Die Religiosität nimmt zu.“ Außerdem seien viele politische Entscheidungen ohne moralischen Hintergrund nicht möglich.

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