P.Sloterdijks „Im Schatten des Sinai“ – die Gewalt der Religion


Peter Sloterdijk, Bild: wikipedia
Der Karlsruher Philosoph Peter Sloterdijk widmet sich in seinem neuen Essay „Im Schatten des Sinai“ den Ursprüngen und Wandlungen der Religionen.

Von Lothar SchröderRP ONLINE

An religiösem Denken kommt kein Philosoph vorbei. Denn wer unsere Existenz nach ihrem Sinn oder möglicherweise auch Unsinn befragt, landet zwangsläufig bei jenen, die darauf für sich schon eine Antwort gefunden haben. Die kann man teilen, und man kann sich daran stoßen – was spätestens seit der Aufklärung die meisten Denker auch getan haben. Weil solche Grenzziehungen selten eindeutig sind, haben selbst so renommierte Denker wie Jürgen Habermas den Wert einer religiösen Friedensorientierung erkannt und sich in Einzelfällen – etwa in der Debatte um die Präimplantationsdiagnostik – auch an die Seite der Kirche gestellt.

Es geht dabei oft um Trittsicherheit in unsicherem Gelände, und der sich jüngst auf diese Reise begab, ist vielleicht der Eloquenteste und Wendigste unter Deutschlands Denkern: Peter Sloterdijk mit seinem Essay „Im Schatten des Sinai“, für den Philosophie kein normales Fach, sondern ein „Modus des Bearbeitens von Themen“ ist. Bei ihm wird Denken zur Performance; der Ton macht seine Philosophie.

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