VWL-Professor Wagner: „Christliche Religion gibt die Antwort“


Ungleichheiten ausgleichen: Gert Wagner. Foto: Stefan Roehl
In der TLZ-Serie „Promis zu sozialer Gerechtigkeit“ schreiben Prominente aus Politik und Gesellschaft was für sie soziale Gerechtigkeit bedeutet. In seinem Gastbeitrag schreibt der Professor für Volkswirtschaft der TU Berlin Gert Wagner: Einmalige Chancengerechtigkeit reicht nicht.

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„Soziale Gerechtigkeit“ ist ein ausgesprochen schillernder Begriff, unter dem sich die Menschen ganz unterschiedliche Dinge vorstellen. Am ehesten können sie sich noch darauf verständigen, was sie als ungerecht oder „unfair“ empfinden. Wenn jemand sich nicht an Regeln, die allgemein als sinnvoll angesehen werden, hält, gilt dies als unfair. Fouls bei sportlichen Wettkämpfen sind ein Musterbeispiel. Und wenn ein Behinderter schlecht behandelt wird, empfinden das nahezu alle Menschen als ungerecht, da ein Behinderter für seine Situation ja nichts kann.

Wenn aber jemand arm ist, weil er offenkundig faul ist und arbeiten könnte, dann werden viele, wenn nicht die meisten Menschen, seine Armut nicht als ungerecht empfinden. Anders sieht es aus, wenn jemand nicht faul ist, sondern es einfach nicht genügend Arbeitsplätze gibt. Aber: Ob das eine oder andere zutrifft (ungerechte Arbeitslosigkeit oder Faulheit), lässt sich oft nur schwer ausein­anderhalten. An dieser Stelle fangen die Probleme an und setzen Gerechtigkeitstheorien und Religionen an.

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2 Comments

  1. Die von der Dumpfbacke propagierte soziale Gerichtigkeit praktiziert durch das Christentum gibt es schon auf breiter Basis, 1,2 Millionen Arbeitnehmer und gut 3 Millionen Familienmitglieder leiden als Mitarbeiter von Caritas und Diakonie darunter

    Zum 1. Oktober beendet die Caritas in Berlin die Leiharbeit mit ihrer 100-prozentigen Leiharbeitstochter pro cura Service GmbH. Im Herbst 2012 hatte der Wohlfahrtsverband 200 Mitarbeiter zu viel schlechteren Bedingungen übernommen, obwohl sie schon vorher weit unter Tarif der freien Wirtschaft bezahlt werden.

    Dazu kommt die Diskriminierung des christlichen Arbeitgebers mit seinem allerliebsten Jesulein bezüglich Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung. Wer da nicht reinpaßt oder devot mitspielt, der wird fristlos gekündigt und weiß dann genau wie „Soziale Gerechtigkeit“ funktioniert

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  2. Der Prof. mit dem Gutmenschkomplex sieht sich insgeheim scheinbar als der „Neue, welterrettende Messias“. Bevor das bei ihm vollends durchbricht sollte er vielleicht einmal einen Psychiater aufsuchen. Solche Pseudopropheten, mit diesen superschlauen Vorschlägen gab und gibt es wie Sand am Meer. Verbessert wurde die Welt dadurch nie. Die Folge ihrer Sprüche ist immer gleich und letztendlich immer nur zu Gunsten der religiotischen Organisationen. Wenn er sich unbedingt über die Maßen profilieren muß, soll er sich sinnvollerweise auf sein Fachgebiet beschränken. Volkswirtschaftslehre heiß ja nicht, wie Religionslehre, „Volksverdummungslehre“. Echte Chancengerechtigkeit ist nämlich das Allerletzte, was den Religionsoberheinis je in den Sinn käme. Wenn man natürlich selbst eingefleischter Religiot ist, wird man nie zu dieser Erkenntis gelangen mögen und stets für das eigenen Seelenheil ( vorteilhaftshalber auch verbunden mit gesellschaftlichen, beruflichen und damit auch materiellen Vorteilen), den Verdummungsprofis die Stange halten.

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