Vitali Milonow: Homophober Hetzer – Anzeige gegen Lady Gaga


Stephen Frey: He is simply mad. Foto: ddp images/CAMERA PRESS
Er hasst Homosexuelle und will Embryonen Bürgerrechte verleihen – der St. Petersburger Abgeordnete Vitali Milonow ist ein neues Phänomen in der russischen Politik. Einerseits gilt er als Spinner, andererseits liegen konservative Ideen und religiöses Eifertum in Wladimir Putins Reich derzeit im Trend.

Von Christian EschBerliner Zeitung

Wenn es die Schwulen nicht gäbe, dann gäbe es auch Vitali Milonow nicht. Den Menschen Milonow gäbe es natürlich schon, mit seinem prallen rosigen Gesicht und dem Christuszeichen auf der Gürtelschnalle – der Mann ist ja nicht schwul, Gott bewahre! Aber den erfolgreichen Politiker Milonow, der es in die Talkshows geschafft hat, den gäbe es nicht. Denn ohne Schwule gäbe es keine Schwulenfeindschaft, und ohne Schwulenfeindschaft wäre der 39-jährige Petersburger Politiker nie zur landesweiten Marke geworden. Schwulenhass verkauft sich derzeit gut in Russland.

Es ist erst einen Monat her, dass die Duma die „Propaganda nicht-traditioneller Beziehungen unter Minderjährigen“ verboten hat. Das Gesetz ist so schwammig formuliert, dass es sich wie ein Freibrief für die Behörden liest. Wer unter Kindern „verzerrte Vorstellungen von der sozialen Gleichwertigkeit traditioneller und nicht-traditioneller Beziehungen“ verbreitet, muss zwischen 100 und 5 000 Euro zahlen. Ausländer werden dafür sogar deportiert. Kein Abgeordneter hat gegen das Gesetz gestimmt, ein einziger hat sich enthalten.
„Streichen Sie Hitler, schreiben Sie Judas“

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