Datentauscher des Tages: Vatikan–Italien


Bild: jW
Am 30. Dezember 2010 rief Papst Benedikt eine Finanzaufsichtsbehörde des Vatikan (AIF) ins Leben und erließ am selben Tag ein Gesetz »über die Verhütung und Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung«. Das schien im Gottesstaat dringend nötig.

jW

AIF-Direktor ist seit vergangenem Jahr der Schweizer René Brülhart (Foto), den die Welt am 16. Juli als einen »der mächtigsten Finanzagenten der Welt« und als »­James Bond der Finanzwelt« vorstellte.

Zu den Skalps, die er an seinen Gürtel heften konnte, gehört der des Chefbuchhalters der vatikanischen Vermögensverwaltung, des Istituto per le Opere di Religione (IOR), auch als Vatikanbank bezeichnet. Prälat Nunzio Scarano wurde am 28. Juni festgenommen: Er hatte 20 Millionen Euro von einem italienischen Geheimdienstmitarbeiter bar aus der Schweiz per Privatjet für einen Freund mitbringen lassen. Schon zuvor waren gegen Scarano Ermittlungen wegen Geldwäsche anhängig. Die Rede ist von Verbindungen zur kalabrischen N’Drangheta, der mit geschätzt 44 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr (2007) angeblich mächtigsten Mafiaorganisation südlich der Alpen. Am 1. Juli traten dann der IOR-Generaldirektor und sein Vize zurück.

weiterlesen