Wie Frankreichs Behörden mit Geheimcodes tricksten


Die Aufenthaltsgenehmigung des Portugiesen Alphons d’Angeha Bild: Klaus Schmeh
Im späten 18. Jahrhundert stellten die französischen Behörden kunstvoll gestaltete Aufenthaltsgenehmigungen aus. Darin stand mehr, als auf den ersten Blick zu sehen war.
Der portugiesische Diplomat Alphons d’Angeha war ein großer aber schlecht gewachsener Mann. Er war leichtsinnig, einsichtig, ehrliebend, verliebt und außerdem verheiratet. So jedenfalls steht es in der Aufenthaltsgenehmigung, die d’Angeha etwa 1780 in Paris ausgestellt bekam.

Von Klaus SchmehFOCUS ONLINE

Der in Frankreich residierende Portugiese dürfte jedoch kaum gewusst haben, dass derartige Details in seiner Aufenthaltsgenehmigung festgehalten waren – obwohl er diese ständig bei sich trug. Der Grund: Die Informationen waren in einem Geheimcode geschrieben. Dieser lässt sich im Falle von d’Angeha wie folgt entschlüsseln: Der breite Rahmen der Aufenthaltsgenehmigung besagt, dass der Inhaber groß war (bei kleineren Personen wurde der Rahmen schmaler gewählt). Die geraden Linien des Rahmens drücken aus, dass d‘Angeha schlecht gewachsen war. Die Wellenlinie unter dem Namen steht für Leichtsinn, die geschweifte Klammer darunter für Einsicht, die zwei Striche darüber für eine ehrliebende Einstellung. Am Band, das sich um den Rahmen schlängelt, erkennt man, dass der Portugiese verheiratet war. Der Punkt unter der Einsichtsklammer steht für „verliebt“.

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