Marokko: Islamisten wollen Marihuana-Anbau legalisieren


Bild: Reuters
In der ärmsten Region des Landes leben viele Bauern vom Cannabis-Anbau. Politiker haben das Geschäft als vielversprechende Einnahmequelle entdeckt.

Die Presse.com

Mustafa Tahiri baut im Norden von Marokko seine prächtigen Hanfpflanzen an. Das ist allerdings auch hier ein ziemlich riskantes, weil verbotenes Geschäft und wird von staatlicher Seite zumindest formell verfolgt. Der Landmann freut sich aber schon auf den unbeschwerten Tag der Legalisierung, denn der soll nach den Vorstellungen vieler Abgeordneter aus der islamistischen Regierungspartei in Marokko nicht mehr fern sein.

„Ich wäre wesentlich erleichtert, wenn der Staat uns endlich in Ruhe unsere Kräuter anbauen ließe und die Verhaftungen stoppen würden“, sagt der siebenfache Vater Tahiri. Erst im letzten Jahr war sein bettelarmes Dorf namens Beni Gmil von der marokkanischen Drogenpolizei aufgebracht worden. Tahiri wäre für ein Leben in der Legalität bereit, sein Cannabisharz für 7500 Dirham (etwa 750 Euro) pro Kilo an den Staat abzugeben. Bislang verkauft er an Zwischenhändler, die ihm etwa das Doppelte zahlen.

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