Kirchen: Die Eintrittsgebühr August III. von Sachsen


Bild: wikipedia
Touristen, die eine Kirche besichtigen möchten, werden nicht selten zur Kasse gebeten. „Unverschämt“ finden das die einen. Für „alternativlos“ halten es die anderen.

Von Ellen Nebel – evangelisch.de

Wer am Eingang der evangelischen Lübecker Marienkirche hinter der Kasse sitzt, braucht ein dickes Fell. Diskussionen gibt es regelmäßig, seit die Stadtkirche, die als Mutterkirche der norddeutschen Backsteingotik gilt, 2010 den „Marientaler“ einführte. Zwei Euro „Erhaltungsgebühr“ sind pro erwachsenem Besucher fällig. Nicht jeder ist dazu bereit, der Besucheransturm auf die Kirche hat nachgelassen.

Pfarrer Robert Pfeifer sieht es gelassen. Die Zeiten seien vorbei, in denen es in dem Gotteshaus mitunter „wie in einem Bienenkorb“ zuging. Eine Alternative gebe es ohnehin nicht. „Der Erhalt unserer großen Kathedrale ist anders nicht zu leisten“, sagt Pfeifer. Der Grund: Staatliche Zuschüsse für Baudenkmäler schrumpfen ebenso wie die Zahl der Kirchenmitglieder und damit die Kirchensteuereinnahmen. St. Marien ist kein Einzelfall. Bundesweit verlangen eine ganze Reihe protestantischer Gotteshäuser Eintritt, etwa der Berliner Dom, die St. Nikolai-Kirche in Stralsund oder der Dom zu Meißen.

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