Ralf König: „Blasphemie interessiert mich nicht“


antityp_coverRalf König, einer der bundesweit erfolgreichsten Comiczeichner, findet den Apostel Paulus unsympathisch. „Ich bin Agnostiker und schon seit der Kindheit kritisch“, sagte König dem Evangelischen Pressedienst (epd). Er freue sich aber immer über Menschen mit Humor, „ob gläubig oder nicht“. Gerade Religion sollte nicht zu ernst genommen werden.

Von Hanna Jochumevangelisch.de

Herr König, am Sonntag stellen Sie in einer bayerischen Kirche aus ihrem Buch „Antityp“ eine Szene des in der Bibel geschilderten Apostelkonzils vor, als Petrus und Paulus über die Ausrichtung des Christentums streiten. Fürchten Sie sich vor der Reaktion der Gottesdienstbesucher, die sich durch Ihre Darstellung auf den Schlips getreten fühlen könnten?

König: Ich glaube, die Leute merken, dass ich nicht auf plumpe Beleidigung aus bin. Blasphemie interessiert mich nicht. Ich habe mich immer sehr mit den Stoffen auseinandergesetzt, bevor ich sie auf Papier gezeichnet habe. Ich habe die schwierigen Paulusbriefe hoch und runter gelesen. Ich wollte verstehen, was Paulus überhaupt meinte. Und er wurde mir nicht sympathischer. Ich bin Agnostiker und schon seit der Kindheit kritisch. Natürlich könnte es einigen strammen Gläubigen schon zu viel sein, dass ich den Apostel mit Knollennase zeichne, aber die werden ja nicht gezwungen, meine Bücher zu lesen.

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