Die Epoche des Katholizismus ist eine „Verirrung“


Der Titel ist Programm: Mario Perniola beschreibt 18 Regeln, „um das wahre Fühlen zu erlangen, das wir in der diensttuenden Kirche haben sollen“. Denn nicht Lehre und Dogma seien die Wesenszüge des Katholizismus.

Von Adolf HollDie Presse.com

Zur Verarbeitung des katholischen Erdbebens nach dem Rücktritt des Altpapstes Ratzinger und dem Antritt des Neupapstes Franziskus ist auf Deutsch ein Büchlein des italienischen Philosophen Mario Perniola aus dem Jahr 2001 erschienen, dessen Clou auf der Umschlagklappe bündig beschrieben wird – nämlich „dass sich das Wesen des Katholizismus nicht in Lehre und Dogma ausdrückt, sondern in einer bestimmten Art zu fühlen“.

Bumsti. In dieselbe Kerbe schlug 2002 ein Kollege Perniolas, der Turiner Philosoph Gianni Vattimo unter dem Titel „Jenseits des Christentums“. Er plädiert für ein irreligiöses Christentum. Beide Autoren haben ihren Nietzsche intus, weshalb hier ein Memento fällig ist. Der Essay „Nach Nietzsche“ von Giorgio Colli, in dem ich immer wieder gern blättere, weil er vollkommen rücksichtslos daherkommt, gehört deshalb gelesen, weil die Kampfparole vom Tod Gottes mittlerweile Moos angesetzt hat.

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