Margot Käßmann: Dodo des Monats Juli 2013


Dodo des Monat Juli 2013
Dodo des Monat Juli 2013

Margot-KässmannWir sind ja einiges von Frau Käßmann gewöhnt, in politischer wie in theologischer Hinsicht, Charakter hat sie jedenfalls, etwas in der Art würde man sich von manchem Politiker wünschen.
Theologin, die sie ist, verwischt sie oft und vor allem gern die Grenzen religiösen Denkens und neutraler Politik. Im Umgang mit sich selbst kann man bei Käßmann durchaus von einer hohen Verantwortungsethik sprechen. Gesinnungsethisch schlägt dann der lutherische Obskurantismus durch. Als  „Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017″ schlägt sie eine Bresche für den Antisemtiten Luther und redet dem Glaubensvolk ein, dass Luther von hoher Moral, ein doch lieblicher Zeitgenosse sei. Ja, Luther hätte unser aller Denken und Handeln beeinflusst. Käßmann, der die Unterdrückten am Herzen liegen blendet vortrefflich den Verrat Luthers an den Bauernaufständen seiner Zeit, aus. Hassprediger Luther wird zum Philantrophen stilisiert.

Die Theologie verlassend postuliert sie nun „“Religiös motivierte Akteure tragen zur Verminderung von Gewalt in politischen Konflikten bei.” Geäußert bei den EU in Brüssel. Die von ihr erwähnten Fallbeispiele unterschlägt sie.  Ich stelle mir nun vor wie religiös motivierte Akteure, auf dem Balkan, in Irland, im Irak, Syrien, Ägypten, Tunesien und Afghanistan gewaltvermindernd tätig werden. Mit dem einem Buch unterm Arm, ein kleines Silberkreuz am Revers, den Missionsgedanken im Hinterkopf, treffen religiöse christliche Eiferer auf islamische, auf Kulturen und Traditionen, die nicht in der Bibel beschrieben werden. Oder Frau Käßmann, fahren sie nach Israel und erzählen orthodoxen Siedlern etwas über Luther, fahren sie in den Gaza-Streifen und lassen die Bergpredigt hören. Fahren sie nach Sambia oder Nicaragua, Sri Lanka oder den  Kongo, nach Mali und erzählen den Boko Haram-Eiferern etwas über die Botschaft der Liebe des Christentums.

Das hat was von einem Gottesurteil aus alten Zeiten, wer überlebt, hat recht, dessen Gott ist der mächtigere, der stärkere mit der besseren Moral. Selbstmordattentäter beanspruchen für sich genauso religiös zu handeln wie Sie selbst. Protestanten in Irland handeln aus den gleichen Beweggründen heraus, mit denen sich Käßmann für das Reformationsjubiläum einsetzt. Also, keine religiösen Akteure als Mediatoren in politische Konflikte, der Religionsierung, sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Konflikte, durch Islamisten, Evangelikale, Katholiken muss nicht noch die Religionisierung durch das institutionalisierte Christentum erfolgen.

Die Militärseelsorger der Bundeswehr, ob nun evangelisch, katholisch oder jüdisch sind religiös motivierte Akteure, die außer der seelsorgerischen Tätigkeit in der Bundeswehr, in den Einsatzländern, nichts bewirken. Im Gegenteil, in komplizierten Lagen entfernen diese religiösen Akteure die Kreuze auf ihren Schulterstücken und bewegen sich als Offiziere der Truppe durchs Gelände. Das christliche Kreuz westlicher Zivilisationen ist in einigen Gegenden dieser Welt nicht wohl gelitten, genau genommen hat es auch dort nichts zu suchen. Es sei denn, das Christentum will die biblischen Dämonen Gog und Magog vertreiben, so wie einst von George W. Bush beschrieben.

Religiöse Akteure verschlimmern die Konflikte, als Schiedsrichter in gewerkschaftlichen Arbeitskämpfen können sie etwas bewirken, sollten sie aber nicht. Der weltanschaulich neutrale Staat bedarf keiner Eiferer, die den Beweis erbringen wollen, dass ihr Gott der größte ist.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo.

2 Comments

  1. Der Lady könnte man 100 wohlverdiente Dodos verleihen. Leider alle völlig nutzlos. Solche kaputte Individuen ändert niemand. Deren Gehirne arbeiten nur nach Schema F: „Brett vor´m Kopf.“

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  2. So gut und zutreffend das hier beschrieben wird, so wenig glaube ich wird Frau Käsmann in der Lage sein das zu verstehen. Eine hohe Moral spreche ich ihr aber grundsätzlich ab,

    Martin Luther war nur ein geistig verwirrter Irrer und Supermacho, der die widersprüchlichen Thesen des Christentums nicht klar entwirren konnte. Gierig, unehrlich und moralisch verkommen wie alle damaligen Christen war für ihn der Antisemitismus ein Abfallprodukt biblischer Mythen, das nur allzu gerne benutzt wurde sich Besitz und Vermögen der Mitbürger anzueignen, ohne dabei eine „Sünde“ zu begehen. Die RKK hat Millionen Menschen beraubt und deren geklauten Besitz nur durch Gewalt wie unter Napoleon wieder aufgegeben

    Luther hat diesen Antisemitismus schiiftlich als politisches Programm formuliert und in weiten Kreisen der Analphabeten akzeptabel gemacht. Wer als Theologe ehrlich und moralisch handelt, der würde nicht wie Frau Käsmann durch die Welt ziehen und für Luther werben oder wie unser Bundesbegrüßungsonkel das Christentum als unser Erbe bejubeln. Denn jeder denkfähige Mensch sollte verstehen, die Ermordung von 6,5 Millionen Juden ist eine Zwangsfolge von Luthers christlichen Antisemitismus, den alle nachfolgenden Theologen intensive praktiziert haben

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