S. Kierkegaard: „Das Christentum ist keine Lehre“


Kierkegaard wehrte sich vehement dagegen, dass der Staat sich in christliche Angelegenheiten einmischt. (Bild: Stock.XCHNG / Jonathan Adrianzen)
Sören Kierkegaard wurde vor 200 Jahren geboren und gilt als der bedeutendste dänische Philosoph. Als geistiger Wegbereiter der Existenzphilosophie hat er eine enorme Wirkung auf die Philosophie, die Theologie und die Literaturgeschichte im 20. Jahrhundert gehabt. Er übte Kritik am offiziellen kirchlichen Christentum und forderte eine konsequente Trennung von Staat und Kirche.

Von Rüdiger AchenbachDeutschlandfunk

„Das Christliche hat keine Geschichte, es ist ein Paradox, dass Gott einmal in der Zeit Mensch geworden ist, und es ist nun ganz belanglos, wie viele Jahrhunderte seither vergangen sind. Der Abstand kann nicht gemessen werden mit der Quantität eines zeitlichen oder räumlichen Abstandes.“

Wer aber nur historisch denkt, der bleibt in den Vorstellungen von Raum und Zeit verhaftet. Deshalb ist es für die Geschichte nicht möglich, den wahren Christus zu erkennen. Das historische Denken macht etwas anderes aus ihm, als er wirklich war, denn das Spezifische seiner Existenz kann durch die Geschichte nicht erwiesen werden.

Für Kierkegaard begegnet uns in Christus eine überzeitliche Wirklichkeit, die deshalb niemals Vergangenheit und Geschichte werden kann. Die Kierkegaard-Biografin Anna Paulsen:

„Alles Historische, alle Einzelheiten des sogenannten Leben Jesu sind belanglos. Es kommt nicht auf den Inhalt der Jahre ein bis um die 30 als historische Ereignisreihe an, sondern auf den Blick in das eigentliche Geheimnis, und diesen Blick muss der Gleichzeitige genauso gewinnen wie der später Lebende.“

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3 Comments

  1. Ockhams Gesetz

    Wenn die einfachste Theorie alles erklärt und zudem ganz ohne irrationale Annahmen auskommt, während alle anderen Theorien eigentlich gar nichts erklären und im Grunde nur irrationaler Unfug sind, ist davon auszugehen, dass die einfachste Theorie die richtige ist:

    (Vorwort zur 7. Auflage der NWO) „Die Wirtschaftsordnung, die Gesellschaftsordnung, der Staat sind, das sieht man jetzt endlich ein, auf dem Geldwesen, auf der Währung aufgebaut. Mit der Währung steht und fällt der Staat, und zwar nicht nur der Staat, wie ihn die herrschende Schicht zu Herrschaftszwecken errichtet hat, sondern der Staat schlechthin, der Staat der Bureaukraten, der Sozialisten, sogar der „Staat“ der Anarchisten. Denn mit dem Sturz der Währung hört jedes höhere Gesellschaftsleben einfach auf, und wir fallen in die Barbarei zurück, wo es keinen Streit um Staatsformen gibt.“

    (NHC II,2,001) Wer die Erklärung dieser Worte findet, wird den Tod nicht schmecken.
    (NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
    (NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
    (NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
    (NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: „Berg, hebe dich hinweg!“, wird er verschwinden.
    (NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: „Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?“ Jesus sagte: „Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: „Siehe hier oder siehe dort“, sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.“ ***

    Mutter = Summe aller Ersparnisse
    Hure = Finanzkapital
    Brüder und Schwestern = Sachkapitalien
    Berg = Rentabilitätshürde
    Tod = Liquiditätsfalle
    Vater (der Kultur) = Kreditangebot
    Sohn = Kreditnachfrage
    heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld
    (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)
    Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung

    *** (Vorwort zur 3. Auflage der NWO) „Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat.

    Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist.“

    Jüngstes Gericht

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  2. Kierkegaard hat ja Recht. Jede Generation hat ihre eigenen (religiotischen) Modeerscheinungen. Aber zu jeder Zeit wird Mist immer nur Mist sein.

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