MVP: Polit-Predigten und eine CDU-Posse


Bild: udldigital.de
Wahlkampf. Politiker treten in Kirchen auf, in Mecklenburg-Vorpommern evangelische Kirchen bevorzugt. Die CDU protestiert und verhindert Auftritte von Politikern anderer Parteien.

Helmut Holter, Linksfraktionschef im Länderparlament will in der Kirchengemeinde St. Marien in Plau am See auftreten, in einem sogenannten politischen Gottesdienst. Nun ist die Notwendigkeit eines Auftritts von Politikern in Kirchen, noch zumal am Wahltag, rational nicht begründbar, noch erschließt sich nicht, warum Politiker überhaupt in Kirchen auftreten müssen, da Holter auch konfessionslos ist. Kommen politische Mandatsträger nicht auf den einfachen Gedanken Kirche und Staat und damit Politik prinzipiell zu trennen? Geradezu religionsgeil drängt man in die Kirchenräume um sein politisches Placet an die Händefalter zu bringen. Auch der religiöse Wähler ist zunächst nur Wähler. Sein Glaube, seine weltanschauliche Einstellung sind uninteressant. Meint er christlich wählen zu müssen, wählt er halt die CDU. Die wiederum versucht nun die Auftritte von nicht genehmen Politikern zu verhindern. Mit Erfolg. Die Pfarrer bekommen Druck von oben und per Dienstanweisung wird ihnen befohlen, die Termine abzusagen, bzw. zu einem anderen Zeitpunkt zu zulassen.
Die Union sieht wegen der Gottesdienstauftritte der Politiker von SPD und Linke die Überparteilichkeit der Kirche gefährdet. Vor allem der Auftritt Holters hatte die Union zu einem Proteststurm veranlasst.
Im Gegenzug könnte man ja veranlassen, dass die Politiker der CDU nur in Kirchen auftreten dürfen, und staatlich neutrale Einrichtungen von dieser Partei nicht genutzt werden können. Begründung der Absage an die CDU kann sein, dass dauerhaft und fortgesetzt gegen die staatliche Neutralität in Religions-und Weltanschauungsfragen verstoßen wird, zumal die Kirchen im Osten Deutschlands marginal sind und nur durch  politische Religioten aufgewertet werden.

Evangelische Kirche reagiert auf CDU-Kritik