Helena Blavatsky: Sphinx des 19. Jahrhunderts


Bild: wikipedia
1886, fünf Jahre vor ihrem Tod, platzte Helena Blavatsky der Kragen. Wieder und wieder war die Begründerin der Theosophie als Hochstaplerin und Spionin des Zaren denunziert worden, etliche Affären und illegitime Schwangerschaften hatten ihre Gegner ihr angehängt.

Neue Zürcher Zeitung

Alles mit dem Ziel, die Okkultistin als raffinierte Betrügerin blosszustellen – Blavatskys wachsende Popularität nicht nur in Europa und den USA, sondern auch in Indien alarmierte Vertreter der Kirche ebenso wie der Naturwissenschaften und des britischen Empires. Von ihrem damaligen Würzburger Exil aus kündigte die Autorin des Weltbestsellers «Isis entschleiert» (1877) zornig an, «die gesamte Wahrheit» niederzuschreiben; das Ergebnis werde «ein Schatz für die Wissenschaften und für die Skandalchroniken sein».

Stilisierungen und Legenden

Eingelöst hat Helena Blavatsky ihr Versprechen nie. Dafür liess sich die damals 55-Jährige, die in ihrem Leben gleich zwei Ehemännern davongelaufen war, von einem Gynäkologen stolz ihre Jungfräulichkeit attestieren und prophezeite allen kommenden Biografen: «Die ganze unverhüllte Wahrheit über mein Leben jemals zu offenbaren, ist unmöglich.»

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