Muslimischer Poetry Slam: Lach‘ kaputt, was dich kaputt macht


i_slamDie Integrationsdebatte in Reime verpackt: Beim muslimischen Poetry Slam i,Slam treten junge Dichter gegeneinander an. Sie scheuen auch keine Witze auf eigene Kosten.

Von Elisabeth Gamperl und Sophie DerkzenZEIT ONLINE

Youssef Adlah und Younes Al-Amayraauf springen auf der Bühne der Universal Hall in Berlin-Moabit umher und klopfen einen Spruch nach dem anderen. „Wenn so viele Muslime auf einem Platz versammelt sind, ist sicher der Verfassungsschutz nicht weit. Also klaut nichts“ oder „Bei uns dürfen alle wählen, auch diejenigen, die keinen deutschen Pass haben“. Gelächter im Publikum. Die beiden Berliner sind routinierte Moderatoren, sie wissen, wie man den Zuhörern einheizt.

Doch schnell ist Schluss mit den Routine-Gags. Adlah trägt einen selbst geschriebenen Text vor. Der 23-Jährige reimt über sein Heimatland Syrien, das er im Alter von 10 Jahren verlassen musste. Er verliert kurz die Fassung und wischt sich ein paar Tränen von der Wange. Dann erzählt er vom Pfeifen der fallenden Granaten, das er in seinem Kopf noch immer hören kann. Und er erzählt von seinen getöteten Schulfreunden, deren Leichen jetzt unter der Erde liegen.

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