Gebete für die Endlagersuche


Bild: ipp.mpg.de
Die Energie- und Klimawochenschau: Kompetenzbefreite Konsenslösung zur Endlagersuche, Küstenstädte müssen mit dem Klimawandel planen und bei der Energieversorgung droht ein unüberwindbarer Systemkonflikt

Von Matthias BrakeTELEPOLIS

Bis September soll eine Kommission zur Endlagersuche stehen. Doch es drängt sich der Eindruck auf, dass es hier gar nicht um die Vorbereitung einer Standortsuche auf rein sachlicher Basis gehen wird, sondern nur darum, einen zukünftigen Standort in einer Art Konsenslösung festzulegen, auch wenn dieser aus geologischer Sicht ungeeignet sein sollte. Die Politik erhofft sich anscheinend so Entlastung von der eigenen Verantwortung und „endlich Ruhe im Bau“ – denn gleich für die Zeit nach der Wahl ist ja bereits die Abwicklung des EEG angekündigt.

Endlagersuche – Umweltverbände lehnen Teilnahme ab

Die bekanntesten Umweltverbände BUND, Robin Wood und Greenpeace haben sich bereits entschieden und wollen sich nicht an der sogenannten Expertenkommission zur Endlagersuche beteiligen. Diese ist nach dem Willen der Koalition in einer Art Proporz mit Vertretern aus allen „gesellschaftlich relevanten“ Gruppen zusammengesetzt. Die Kommission soll die Suche nach einem Atommüll-Endlager in Deutschland vorbereiten. Dabei spricht es nicht gerade für Unabhängigkeit und geologischen Sachverstand, dass als Experten auch Vertreter der Kirchen und der Wirtschaft mit dabei sein sollen. Als Endlagerexperte der evangelischen Kirche wird so der Bischof Ralf Meister im Gremium dabei sein – ob Gebete helfen sollen, wenn das Endlager lecken wird?

Auch der Deutsche Naturschutzring (DNR) als Dachverband der Umweltorganisationen war aufgefordert worden, bis zum 16. August zwei Vertreter für die 33-köpfige Kommission zur Endlagersuche zu benennen, die bis 2015 die Kriterien für ein Endlager festlegen soll. Sie soll aus je acht Vertretern aus Bundestag, Bundesrat, aus der Wissenschaft und je zwei Vertretern aus Wirtschaft, Umweltverbänden, Gewerkschaften und Kirchen bestehen. Der DNR will sich aber erst noch mit möglichst vielen Betroffenen wie den Anti-Atom-Initiativen an den Atommüll-Standorten besprechen und dann über eine mögliche Teilnahme entscheiden.

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