Vatikan: Aktion gegen Menschenhandel – was ist mit Dum diversas, Inter caetera


Bild: amnesty.ch
Der Papst initiiert ein Expertentreffen, im November diesen Jahres, um einen Aktionsplan gegen Menschenhandel auszuarbeiten.

Auf kathweb lesen wir dazu:

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Der Vatikan setzt sich für eine verstärkte Bekämpfung des Menschenhandels ein. Wie Radio Vatikan am Donnerstag berichtete, soll eine Gruppe von Fachleuten im November im Vatikan zusammentreffen, um einen Aktionsplan gegen Menschenhandel und moderne Formen der Sklaverei vorzubereiten. Organisatoren des Kongresses vom 2. bis 3. November sind die Päpstlichen Akademien der Wissenschaften und der Sozialwissenschaften in Zusammenarbeit mit dem Weltverband der Katholischen Medizinischen Vereinigungen. Die Zusammenkunft findet laut Radio Vatikan auf ausdrücklichen Wunsch von Papst Franziskus statt.

Ein löbliches Unterfangen, welches die katholische Kirche da in Angriff nimmt. Es wäre der Sache und vor allem der eigenen Redlichkeit geschuldet, wenn sich der Papst und seine Hofschranzen mit der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen würden. Es käme Erbärmliches zu tage.

Am 18. Juni 1452 erließ Papst Nikolaus V. eine päpstliche Bulle namens Dum Diversas und verkündete ad perpetuam rei memoriam das der portugiesische König Länder in Westafrika zu erobern, Sarazenen und Heiden zu unterwerfen und  versklaven dürfe. Ganz apostolisch natürlich. Mit dieser päpstlichen Bulle machte sich die katholische Kirche zum Zeremonienmeister des Westafrikanischen Sklavenhandels. Vom gleichen Verbrecher kam dann auch die nächste Bulle, 1455, welche die Besitznahme von nicht-christlichem Land sanktionierte und zur Sklaverei bei der nicht-christlichen Bevölkerung ermutigte, insbesondere in Afrika und in der Neuen Welt. Mit dieser Bulle gab der Pontifex grünes Licht für die Eroberung, Unterwerfung, Auswahl und Ausbeutung von Muslimen, Heiden und aller anderen, Nicht-Christen. Alles im Namen Jesus Christus und nur zu einem Zweck, Profit.

Die Bulle Inter Caetera, von Papst Alexander VI., befahl dem katholischen Spanien alle Bewohner der Neuen Welt im katholischen Glauben zu “unterrichten”.

Inter Caetera

„Damit Ihr ein so großes Unternehmen mit größerer Bereitschaft und Kühnheit, ausgestattet mit der Wohltat Unseres apostolischen Segens, anzugreifen vermöget, schenken, gewähren und übertragen Wir hiermit – aus Unserem eigenen Entschluss, ohne Euren Antrag und ohne das Ersuchen irgendeines anderen zu Euren Gunsten, lediglich aus Unserer eigenen und alleinigen Großmut und sicheren Erkenntnis und aus der Fülle Unserer apostolischen Machtbefugnis, die durch den allmächtigen Gott, durch die Vermittlung St. Petri auf Uns übertragen worden ist, sowie auf Grund der Stellvertreterschaft Jesu Christi auf Erden – an Euch und Eure Erben und Nachfolger, die Könige von Kastilien und León, für alle Zeiten, für den Fall, dass eine der genannten Inseln durch die von Euch ausgesandten Männer und Kapitäne gefunden werden sollte, alle aufgefundenen oder aufzufindenden, alle entdeckten oder zu entdeckenden Inseln und Festländer, mitsamt allen Herrschaften, Städten, Lägern, Plätzen und Dörfern und allen Rechten.“

Alle drei Bullen, immerhin wichtige Rechtsakte der Päpste, mit der Formel „zum immerwährenden Gedächtnis der Sache“ eingeleitet, öffneten diese päpstlichen Orders die Schleusentore für alles, was nun folgen sollte, Krieg, Mord, Raub, Vergewaltigung, Plünderung, Entführung, Völkermord und Sklaverei von Millionen. Sie errichteten den Grundstock des Sklavenhandels im 15. und 16. Jahrhundert und bereiteten der kapitalischen Welt, so wie wir sie heute kennen, die Basis.

Das folgende klingt dann auch wie intellektuelle Autoerotik.

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Der Menschenhandel sei ein „schreckliches Verbrechen“ gegen die Würde des Menschen, zitierte Radio Vatikan den Kanzler der Päpstlichen Akademie, Marcelo Sanchez Sorondo. Nach Ansicht mancher Beobachter sei er mittlerweile die lukrativste kriminelle Einnahmequelle geworden, noch vor dem Drogen- und Waffenhandel, so Sorondo. Er verwies darauf, das nach Angaben der UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung UNODC jedes Jahr schätzungsweise 20,9 Millionen Menschen Zwangsarbeit leisten müssten. Zwei Millionen würden Opfer sexueller Ausbeutung. 20.000 Personen fielen jährlich dem Organhandel zum Opfer.

Der Vatikan sollte endlich damit beginnen seine eigene Geschichte auzuarbeiten, statt der Öffentlichkeit eine bigotte Moral vorzugaukeln.