Die Wurzel des „Abendlandes“ und Religion vs Säkularität


Foto: Jeremy Lightfoot/Robert Harding World Imagery/Corbis
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Im Schatten von Staatsverschuldung, Euro-Krise und nationalen Populismen schwelt in Europa ein tiefgreifender Konflikt: Religion versus Säkularität. Europa sollte sich zu seinen religiösen Fundamenten bekennen. Ein Plädoyer.

Von Adrian LöbeWiener Zeitung

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) und der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg (EGMR) werden derzeit von einer beispiellosen Klagewelle überrollt, die die Religion und Säkularität zum Gegenstand hat. Die Sachverhalte sind grundverschieden: Darf eine Fluggesellschaft einer Flugbegleiterin das Tragen eines Kruzifixes untersagen? Können britische Standesbeamte unter Berufung auf die Religions- und Glaubensfreiheit von der Pflicht zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare entbunden werden?

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3 Comments

  1. @Stefan Wehmeier
    Du übersiehst in Deinen Ausführungen den wesentlichsten Fakt der Verschuldung, das ist die Zinsfinanzierung durch Inflation. Deswegen gehen die meisten Deiner Argumente ins Leere

    Der Staat pumpt sich als sicherer Schuldner (AAA rating ausgenommen Argentinien, Griechenland usw.) große Summen zu Vorzugszinsen – etwa 1,5% – 3,5%. Gleichzeitig sorgt er durch seine Wirtschaftspolitik für eine Inflation des Geldwertes in der Größenordnung 2,5% – 5%

    Rechnet man das im Detail durch, dann kosten dem Staat eine Schuldenaufnahme von 100 in realem Geldwert am Tag der Aufnahmen nur etwa 60 – 75 als Tilgung und Zinsen. Folglich druckt der Staat sich mit den Schulden Geld, das nicht verdient wurde, die Zeche zahlt der Verbraucher bzw. Bürger mittels galoppierender Inflation

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  2. Verschuldungszwang

    „Der Anteil des Unbewussten in unseren Handlungen ist ungeheuer und der Anteil der Vernunft sehr klein.“

    Gustave Le Bon (Begründer der Massenpsychologie)

    Ein privater Unternehmer, der sich mit einem Investitionskredit verschuldet, kann, wenn er innovativ ist und die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz in der Volkswirtschaft noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, seinen Kredit mit der Zeit tilgen und schließlich selbst zum Zinsgewinner werden, d. h., einen Teil oder sogar den größten Teil seines Einkommens als Kapitaleinkommen auf Kosten der Mehrarbeit anderer beziehen.

    Ein ganzer Staat, der sich gegenüber seinen reicheren Bürgern (Großsparern) verschuldet, kann, solange Zinsgeld verwendet wird und es ein privates Bodeneigentumsrecht gibt, seine Verschuldung mit friedlichen Mitteln niemals tilgen, sondern muss sich prinzipiell immer weiter verschulden, um die Liquiditätsfalle, d. h. den Zusammenbruch des Geldkreislaufs und damit der gesamten Arbeitsteilung, hinauszuzögern.

    Die einzige Möglichkeit für einen „Reset“ war bisher der Krieg, um durch eine umfassende Sachkapitalzerstörung mit anschließender Währungsreform (eine „Währungsreform“ ohne vorhergehende Sachkapitalzerstörung führt nicht aus der Krise) den Zinsfuß anzuheben, damit wieder neues Zinsgeld in neue Sachkapitalien investiert werden kann. Darum ist in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) der Krieg der „Vater aller Dinge“.

    Der 2. Weltkrieg tötete etwa 55 Millionen Menschen, was im Vergleich zur damaligen Weltbevölkerung noch nicht einer Dezimierung entsprach,…

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dezimation

    …die – bzw. die Angst davor – wohl mindestens erforderlich ist, um kollektive Verblödung durch Vernunft zu ersetzen, denn das ökonomische Wissen, das den Krieg verhindert hätte, war schon 1916 vorhanden. Doch in der „hohen Politik“, die im zivilisatorischen Mittelalter stets an der Spitze der Verblödung steht, war das Wissen noch nicht angekommen.

    Die „hohe Politik“ hat bis heute nichts begriffen. Sie weiß aber zumindest, dass der Krieg nur solange der Vater aller Dinge sein konnte, wie es noch keine Atomwaffen gab! Was sie sich nicht vorstellen kann, ist, dass die kurz bevorstehende, globale Liquiditätsfalle auch ohne Atomkrieg die Menschheit nicht nur dezimieren, sondern zu über 90% auslöschen und den Rest zurück in die Steinzeit befördern wird, wenn es nicht gelingt, zur Vernunft zu kommen.

    Ursache aller Unvernunft ist eine uralte Programmierung des kollektiv Unbewussten, die den Kulturmenschen überhaupt erst „wahnsinnig genug“ für das Unternehmen „Arbeitsteilung mit Konstruktionsfehlern“ machte. Voraussetzung für den eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation ist daher die Entwicklung des Menschen zum „Übermenschen“ (nach Nietzsche), der elementare Erkenntnisprozess der „Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion“:

    http://www.juengstes-gericht.net

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