Jack Cohen: „Wir sind privilegierte Affen“


© Jack Cohen
Können Menschen irgendwann alles wissen? Im Gespräch mit Martin Eiermann erklärt der Biologe Jack Cohen, warum wir weniger Spezialisten und mehr Zweifel brauchen. Und warum manche Studenten in kriminellen Karrieren besser als an der Universität aufgehoben sind.

The European

The European: Ihr aktuelles Buch dreht sich um eine sehr fundamentale Frage des Menschseins: Wie wissen wir, was wir wissen?
Cohen: Was kann als Erklärung gelten? Eine komplizierte Frage. Sie sind vielleicht Wissenschaftsjournalist – ich kann also darauf vertrauen, dass Sie bestimmte Konzepte verstehen. Wenn ich Ihnen die Entstehung eines Gewitters erklären will, muss ich Ihnen nicht erst erklären, wie Elektrizität funktioniert oder woher der Regen kommt. Es ist aber deutlich schwieriger, wenn man zu einem Publikum spricht, mit dem man wenig gemeinsam hat. Es ist schwierig, die richtigen Worte zu finden, damit die Zuhörer am Ende die Illusion haben, etwas gelernt zu haben.

The European: Die Illusion?
Cohen: Lernen ist meistens eine Illusion. Ich bin immer wieder erfreut und erstaunt, wie gut Menschen sich trotz dieser Einschränkungen miteinander verständigen können.

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