Der freigiebige Bauherr von Limburg


© Rosenkranz, Henner Hier mauern nicht nur die Maurer: Das Bistum Limburg gibt keine Auskunft zur Finanzierung der Bauten
Die Kosten der Bauten für Bischof Tebartz-van Elst haben sich vervielfacht. Woher kam das Geld? Wurde es rechtens verwendet? Das Bistum lässt Anfragen ins Leere laufen.

Von Daniel DeckersFrankfurter Allgemeine

Das Buch trägt den Titel „Rechtskultur in der Diözese“ und hat, dem Erhaltungszustand nach zu urteilen, nicht viele Leser gefunden. Fast unberührt schlief es in der Bibliothek des Priesterseminars Limburg den Dornröschenschlaf, der den meisten Büchern bestimmt ist, die Themen wie „Bischofsprofil. Kanonische Eignung und Bestellung“ oder „Administrative Rechte und Pflichten des Diözesanbischofs“ gewidmet sind. Doch die Verachtung, die viele Theologen dem Recht der katholischen Kirche bis heute entgegenbringen, könnte sich bald rächen, jedenfalls im Bistum Limburg.

Das Drama begann im Jahr 2004. Das Limburger Domkapitel war der Situation überdrüssig, dass Bischof Kamphaus abseits der Stadt im zweiten Stock eines Seitenflügels des Limburger Priesterseminars wohnte. Ein Bischofshaus in der Nähe des Domes sollte her, wie es in den meisten Bistümern in Deutschland schon immer gute Übung war. Eine geeignete Fläche war schnell zur Hand: das Areal rings um die „Alte Vikarie“, ein imposantes mittelalterliches Fachwerkgebäude vis-à-vis dem Limburger Dom. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte es schon einmal als Bischofshaus gedient. Nun sollte die Vikarie um ein Wohnhaus ergänzt werden und als Ensemble den Ausgangspunkt bilden, um den gesamten Domberg kirchlich zu beleben. Doch das Domkapitel machte die Rechnung ohne den Bischof. Kamphaus widersetzte sich dessen Wünschen und wohnte bis zu seiner Emeritierung im Februar 2007 im Priesterseminar.

weiterlesen