Klimawandel: Unvermeidbarer Verzicht auf Wohlstand


foto: mustafa quraishi/ap/dapd Ein Schafhirte geht im südlichen Indien über einen durch Hitze und Dürre ausgetrockneten Boden
Die Bedrohung durch den Klimawandel ist fix in den Köpfen verankert: Aber wie reagieren die Menschen im Einzelfall auf die Gefahr? Und was halten sie in diesem Zusammenhang für gerecht?

Von Peter IlletschkoDER STANDARD

Wer Papier, Aluminium oder Bioabfälle vom Restmüll trennt, darf sich selbstverständlich als umweltbewusster Konsument bezeichnen. Allein sein Frustrationspotenzial sollte relativ groß sein: Da liegt mitunter Biomüll in biologisch nicht abbaubaren Plastiksackerln verpackt. Dort hat sich eine Bierdose zum Altpapier verirrt, obwohl nur eine Gasse weiter ein Alu-Container steht. Wer hat sich da nicht schon gedacht: „Mit meiner Mülltrennung erreiche ich nichts“.

Resignation könne sich vor allem angesichts der Größe des Problems einstellen, meint Lukas H. Meyer vom Institut für Philosophie an der Universität Graz. „Bei der Lösung der Aufgabe, die Emission von Schadstoffen weltweit drastisch zu reduzieren, kann der einzelne umweltbewusste Konsument keinen erkennbaren Unterschied machen“, sagt er zum Standard. Dazu kommt: Die Kosten für einen klimaschonenden Alltag seien verhältnismäßig hoch. Um das zu erkennen, genüge schon ein Vergleich zwischen Bioprodukten und Billigwaren im Supermarkt.

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