24 Punkte, wie „Offene Religionspolitik“ auch Nichtreligiöse unterstützt


Für meinem Beitrag “Eine Trennung von Staat und Religion ist nicht neutral” habe ich viel Zuspruch erfahren, aber auch Kritik. Kritisiert haben mich Laizisten, Säkularisten und Nichtreligiöse (wobei viele Nichtreligiöse meine Positionen unterstützen). Die Vehemenz der Kritik aus nichtreligiösen Kreisen überrascht mich, sieht sich die Offene Religionspolitik doch gerade auch als Anwalt der Nichtreligiösen, die in der deutschen Religionspolitik keinen leichten Stand haben und häufig genug als Verfügungsmasse für eine Rückgewinnung durch die beiden großen Kirchen angesehen werden.

Forum Offene Religionspolitik

Das Eintreten für Nichtreligiöse hat mir in der Vergangenheit verschiedentlich gar den Vorwurf eingebracht, ich sei ‘religionskritisch’. Offene Religionspolitik zielt nicht darauf, den Staat von jeder Religion zu befreien, sehr wohl aber darauf, dass Nichtreligiöse gemäß ihren Überzeugungen leben können. Was das konkret bedeuten kann, möchte ich im Folgenden stichpunktartig ausführen (dabei spreche ich sicher nicht für alle Mitglieder von FOR):

  1. Nichtreligiöse müssen als eigenständige und wertetragende Gruppe anerkannt werden.
  2. Blasphemie und Gotteslästerung müssen als Ausdruck eines nichtreligiösen Bekenntnisses straffrei sein.
  3. Religiöse Symbole dürfen nicht durch den Staat in Schulen angebracht werden (wie das Kruzifix in Bayern).
  4. Konkordate und Staatskirchenverträge dürfen nicht ohne Möglichkeit der Kündigung oder Ablaufdatum geschlossen werden.
  5. Die historischen Staatsleistungen müssen gemäß dem Auftrag des Grundgesetzes abgelöst werden.
  6. Eide müssen so formuliert werden, dass ein Gottesbezug hinzugefügt oder weggelassen werden kann (ohne eine der beiden Varianten vorzugeben).
  7. Die Stillen Tage (wie das Tanzverbot am Karfreitag) sind abzuschaffen.
  8. Konkordatslehrstühle gehören abgeschafft.
  9. Religiöse Erziehungsziele in Landesverfassungen und Schulgesetzen (“in Ehrfurcht vor Gott”) sind zu streichen.
  10. Die Zivilehe darf nicht allein religiösen Vorstellungen genügen und muss für Schwule und Lesben geöffnet werden.

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