Kirche bigott: Menschlichen Umgang mit Flüchtlingen predigen – horrende Mieten verlangen


Afrikanische Flüchtlinge in der Hamburger St. Pauli Kirche | © Angelika Warmuth/dpa

 

Kirchen fordern einen menschlicheren Umgang mit Flüchtlingen. Doch wenn ein Landrat Unterkünfte für sie sucht, verlangt die Kirche horrende Mieten.

Von Wolfgang ThielmannZEIT ONLINE

Landrat Thomas Karmasin sucht Wohnungen für Flüchtlinge. Die Landesregierung in München hatte angekündigt, ihm ein Kontingent von Syrern, Irakern und Afghanen zuzuteilen, gleich ob er Unterkünfte gemeldet habe oder nicht. Das ist normal, aber es brachte den Landkreis Fürstenfeldbruck westlich von München unter Zugzwang. Auf einem Grundstück, das ihm gehört, hat er fürs Erste schon ein Containerhaus gebaut. Händeringend fragte Karmasin bei Vermietern. Und kündigte an, im Notfall werde an einer Schule vier Wochen lang der Sportunterricht ausfallen. Denn er müsse Turnhallen belegen, wenn sich sonst nichts finde. Dann mahnte Karmasin seine Kirche: Die fordere einen menschlichen Umgang mit Flüchtlingen, aber wolle für ihre freien Pfarrhäuser horrende Mieten haben. „Wer in dieser Situation nicht Teil der Lösung ist, ist Teil des Problems“, ärgerte er sich. Karmasin gehört zu den Landräten, die sich viel Zeit nehmen, um Bürger auf die Ankunft von Flüchtlingen vorzubereiten. Bis heute bekommt der Landkreis von den Kirchen keine einzige Wohnung. Die sind in Fürstenfeldbruck rar und teuer, selbst für Leute, die gut verdienen. Schon im April hatte Sozialministerin Christine Haderthauer die Kirchen um Wohnungen gebeten.

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2 Comments

  1. Da gab es in den 80er und 90er Jahre mal einen „bürgerlichen“ Bischof in Limburg an der Lahn – vor dem jetzigen „FürstBischof“ Tebartz-van Elst – Dr. Franz Kamphaus der im bischöflichen Haus in der Limburger Altstadt zeitweilig eine Flüchtlingsfamilie aus Eritrea unterbrachte und stattdessen ein Apartment im Limburger Priesterseminar bezog. Auch seine Dienstlimousine mit Fahrer nahm er nur ungern in Anspruch. Lang, lang ist’s her. 😉

    http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Kamphaus

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  2. Ich erkläre mich in dieser Diskussion als befangen. Die Familie sind nachweislich seit 1712 Deutsche, sicher aber noch viel länger. Sogar der „Alte Fritz“ hat einst meine Ahnen ausgezeichnet.

    Als Flüchtling habe ich bei -15°C im Straßengraben auf noch warmen Leichen geschlafen, um nicht festzufrieren. Auf der Ostsee haben wir anderen winzigen Holzbooten gewunken, dann ein Blitz und nichts war mehr übrig. Am Tag kamen die Jagdbomber, dann knallte es und plötzlich hatte der Nachbar ein Loch im Leib, da konnte man die Faust durchstecken. In 6 Jahren bin ich 13 Mal umgezogen worden und auf dem Schulweg öfters ohnmächtig zusammen gebrochen, es gab 2 Jahre lang nur Steckrüben.

    Wenn mir irgend jemand mit seiner frommen heiligen Epistel über die politgerechte Behandlung von Flüchtlingen kommt, dem schlage ich mit 75 Jahren ungebremst eins in die Fresse

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