Kurt Flasch: „Lasst alle Dogmen fahren“ – Warum ich kein Christ bin


Glaube steht gegen Vernunft: Kurt Flasch schlägt die christlichen Traditionalisten mit ihren eigenen Waffen

Von Matthias KamannDIE WELT

Der neuen Rechtgläubigkeit hätte nichts Schlimmeres passieren können als dieses Buch. Niemand hätte die christliche Traditionalistenfraktion um Joseph Ratzinger überzeugender abfertigen können als Kurt Flasch. Denn dieser hochgelehrte Philosoph und Historiker nimmt die Neodogmatiker beim Wort. Das setzt sie schachmatt: dass Flasch ihren Argumentationen folgt.

Flasch folgt ihnen schon dort, wo er ein Wischiwaschi-Christentum zurückweist. Er spottet über Eugen Drewermann und Anselm Grün, die „auf den Wiesen der Seelenkunde grasen“. Wenig hält Flasch auch von jenen, die den biblischen Schwulenhass durch Metaphorisierung entschärfen wollen. Wer die Bibel nur bildlich verstehen und damit ins Sanfte transferieren wolle, so Flasch, „kommt mir vor wie ein freundlicher und sensibler junger Mann, der aus Familiengründen in einen Anglerverein geraten ist, der dann aber seine Sympathie für die Fische entdeckt und vorschlägt, der Anglerverein soll sich in Zukunft mit dem Häkeln von Tischdecken statt mit dem Töten von Fischen beschäftigen“.

weiterlesen

3 Comments

  1. Flaschs Buch ist hervorragend ,es ist eine Art Fortsetzung von Russels Rede „why I am not a Christian“.
    Die Bibel ist überhaupt eines der inhumansten Bücher ,das je geschrieben wurde.Die meisten Menschen haben dieses Buch noch nie wirklich gelesen,und wenn ,dann nur kniend oder durch die Brille der sogenannten Theologen,die behaupten,mit Gott,was immer dies bedeuten mag,in direktem Kontakt zu sein.Was für unglaubliche Angeber.

    Gefällt mir

  2. Demokratie mit beliebiger Bildung, freier Meinung und Wissenschaft, den Menschenrechten mit Gewaltenteilung sind keine 200 Jahre alt. Den Religionen gilt das als Blasphemie und Sünde, der Gotteshumbug ersetzt das mit Despotismus. Durch „Brainwash“ Prägung akzeptieren 25% der Menschen die selbst ernannten Oberhirten, die ein himmlischer Zombie fernsteuern soll. Die Drohkulisse der Oberhirten verhindert jede Form friedlicher Koexistenz. Religioten sind unfähig Kritik oder Kompromisse zu akzeptieren und agieren gewalttätiger als Ungläubige.

    Keine Religion hat je ihren „Brainwash“ begründen können, alles ist gerecht, absolut wahr, vom himmlischen Zombie befohlen und stützt immer den jeweiligen Diktator. Perversionen wie Gewalt, Mord, Ausbeutung, Diskriminierung, Genozide, Ethnouide und heilige Kriege sind unverzichtbar und gelten als gute Tat, was im Zirkelschluss nur streng Gläubige verstehen.
    http://www.sgipt.org/sonstig/metaph/bibel/ATkriege.htm

    Gefällt mir

  3. Hört sich spannend an…und es verblüfft die Religiöse…wenn man mit der Logik des Christentums argumentiert. Erinnert an das kritische Buch des Freiburger Psychologen Franz Buggle „Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann“ (1992). Buggle untersuchte die Bibel und kam zu dem Schluss, dass sie „in zentralen Teilen ein gewalttätig-inhumanes Buch, als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik ungeeignet“ sei.

    http://www.alibri-buecher.de/Buecher/Religionskritik/Franz-Buggle-Denn-sie-wissen-nicht-was-sie-glauben::148.html

    http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Buggle

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.