Salafisten und die religiöse Symbolik der Tomate


© Chromorange / vario images Aus dem Zusammenhang geschnitten: Eine halbierte Tomate zeigt ein Kreuz, weist damit aber nicht so recht über sich hinaus
Eine salafistische Gruppe soll in Ägypten Muslime davor gewarnt haben, Tomaten zu essen. Die Begründung: Wenn man sie aufschneide, werde ein Kreuz sichtbar. Anmerkungen zur Geschichte eines christlichen Symbols.

Von Michael MartensFrankfurter Allgemeine

Zu den ungelösten Rätseln der Menschheit gehört die Frage, was zuerst da war: die Tomate oder der Islam? Einen wichtigen Beitrag zu dieser Debatte hat nun die türkische Zeitung „Hürriyet Daily News“ geliefert. Laut einem in dieser Zeitung veröffentlichten Bericht hat eine salafistische Gruppe in Ägypten Muslime davor gewarnt, Tomaten zu essen. Die Zeitung berief sich auf eine Internetseite namens „NowLebanon.com“ und berichtete, die Salafisten hätten ihre Warnung damit begründet, Tomaten enthielten das Symbol des christlichen Kreuzes, das sichtbar werde, sobald man sie aufschneide.

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2 Comments

  1. Das mit dem Kreuz in der Tomate ist grottendämlich! Mit der richtigen Schnitttechnik und einem „geschickten“ analogen Argument könnte man vermutlich alle Religioten sogar verhungern lassen…

    Ich habe mal von einem (christlichen) Religioten was ähnliches als Video bekommen. Da ging es darum, wie Obst und Gemüse – angeschnitten (natürlich nur im richtigen Winkel und/oder an der richtigen Stelle) oder manche auch als ganzes – Organen (oder auch nur den richtigen Teilen derselben) des Menschen „ähnelt“ und – potzblitz – auch noch für diese Organe gesund ist. Dass das nur der evolutionär hoch-geschulten Muster-Erkennungsmaschine des Gehirns so vorkommt und keine Kausalität dahinter steht, dass es zig andere gesunde Sachen gibt, bei denen man nicht mal „mit Gewalt“ ein Muster – vermeintlich – wiedererkennen kann, war nur schwer vermittelbar (wenn überhaupt; aber zumindest wurde ich nie wieder mit ähnlichem belästigt)…

    Die „christliche Kreuztomate“ erinnert auch ein wenig an den Hype um das Kreuz von den World-Trade-Trümmern. Als wäre das bei einem Stahlbau so ungewöhnlich.

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  2. Die islamischen Lebensmittelvorschriften sind streng. Männliche Früchte wie Tomaten und weibliche wie Gurken dürften niemals zusammen serviert, gegessen oder gelagert werden, auch nicht als Tubenpaste. Nach Protokollen der saudischen Religionspolizei haben Tomaten die Gurken brutal vergewaltig, man fand beide Früchte erschöpft und verschrumpelt in einer Kiste liegen. Wer beide Früchte zusammen isst, bekommt Hundert Peitschenhiebe und Abzug von 2 geilen Jungfrauen im Paradies.

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